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Jeschurun · 1920-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1920) · p. Seite 101

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 101 (sequence 101)
Language
German
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3BgSffi!gaBaHBg5g2Sg3aSaB5ggBgm^ Die Gotteslehre in der jüdischen Apologetik. 101 sammen. Der Schriftgelehrte erklärt damit die Stellen in Amos 9,6 Exod. 15.2, Jes. 43,12 und zuletzt Ps. 141,1: Zu dir erhebe ich meine Augen, der du in Himmelshöhen wohnst. (Süre Deut § 341, vergl. die LA. in Yalkut. Pes. Zutarti und Tanch. IV. p. 56, ed. Buber.) Die Erklärung dieses tiefsinnigen, aber dunklen Gleichnisses und seiner!Anwendung ist wohl die, daß solange Israel Treue bewahrt, an Gott glaubt, Ihn anerkennt und lobpreist, werden die zwei Schiffe, d. h. die beiden Welten, durch den Glauben erhalten. Sobald aber die Seile, d. h. Treue und Glaube, durchgerissen werden, Unglaube und Treulosigkeit die Oberhand nehmen, dann allerdings tritt ein Zusammenbruch ein. In einem andern Gleichnisse beschreibt derselbe Tannait eine Schiffahrt. Einer der Reisegefährten bohrt auf seinem Platze ein Loch. Die Mitreisenden kommen bestürzt auf ihn zu, fragend: Mensch, was schaffst du denn hier? Er erwidert: Was kümmert es denn Euch, was ich tue? Ich bohre eine Oeffnung unter meinem Sitze! Gut, sagten die Genossen, das ist ja recht, soweit es dich angeht, du bedrohst aber auch unser Leben, denn das Wasser wird durch die Oeffnung emporsteigen und das ganze Schiff überfluten. So sagt auch Hiob zu seinen Freunden: Ich habe gefehlt, mein Vergehen verbleibt mir nur (19,3). Elijahu antwortet ihm: Er fügt noch Frevel zu seiner Sünde, indem er auch uns zu Mitschuldigen macht (34,37. Lev. r. 4,6 מעין גנים p, 59). Das Schiff ist die Welt. Die Sünde eines Mannes beeinflußt durch die Solidarität, die unter den Men« sehen herrscht, das Glück und Wehe der Gesamtheit. Derselbe Gedankengang ist in der Agada des R. Simon ben L a k i s c h wieder zu erkennen. Ein König, der ein Schiff bauen will, muß erst Holz und Bäume herbeischaffen, Anker anlegen, Schiffer bestellen. Gott hingegen hat alles allein und zusammen erschaffen (vergl. Jes. 42,5). Gott ist Schöpfer und Lenker zugleich (Gen.r. 12,12 vergl. die LA. im Midrasch ha Gadol 2B). In einer andern Parabel wird von einem Manne erzählt, der ein Schiff sein eigen nennt, während die Ladung einem Andern gehört. Gott hingegen besitzt das Schiff, d. h. die Welt, und alles was in ihr ist (v. Ps. 24,1 Midr. Psalmen, p. 22d, ed Buber p. 202). Diese Stellen, die leicht ergänzt werden können, zeigen uns klar, daß man im Schiffe das

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