Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 99)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Gotteslehre in der jüdischen Apologetik. 99 0. Zöckler, Apologetik p. 37, J. Geffken, Zwei griechische Apologeten. Legge, Rivals and Forerunners of Christianity II. 21, N. 3.) 2. Von den vier Beweisen für das Dasein Gottes ist der erste, der teleologische, auch im rabbinischen Schrifttum wiederzufinden. Dieser ist der einfachste und allgemein verständlichste. Wir begegnen demselben erstens in einem Dialog zwischen R. G a m a - liel II und einem Kaiser. Der K. fragt: Gibt es einen Herrn (einen Gott)? R. G.: Sollte die Welt herrenlos sein? K.: Warum erscheint er nicht wenigstens ein — oder zweimal im Jahre, damit man ihm Ehre erweisen könnte? R. G.: Das ist unmöglich. Die Welt könnte es nicht ertragen, denn er ist ja ein verzehrendes Feuer (Dt. 4,24). K.: Das befriedigt mich keineswegs. R. G.: Morgen werde ich dir eine bessere Antwort geben. Nächsten Morgen ging der Patriarch, und setzte sich vor dem K. nieder. Nach einer Weile erschien der Sklave des Patriarchen, und flüsterte ihm etwas ins Ohr. R. G. schlug ihm hierauf ins Gesicht (vergl. auch b. San hedrin 39B). Der K. sagte hierauf aufgeregt: Du, R. G., bist des Todes schuldig, wie wagst du ,es einen Sklaven in meiner Gegenwart zu züchtigen? R. G.: Er berichtete mir etwas, was ganz unglaublich ist! K.: Was denn? R. G.: Er teilte mir mit, daij eines meiner Schiffe, das seit sieben Jahren spurlos verschwunden war, jetzt beladen mit Gold, Silber und Edelsteinen in den י Hafen gelangt ist, ohne Schiffer und Matrosen! Ist das möglich? K.: Wahrlich, das ist ganz unmöglich, und du tatest recht ihn zu schlagen! R. G.: O möchten doch deine Ohren hören, was deine Lippen soeben gesprochen haben. Ein Schiff, das doch nur eins der vielen von Gott geschaffenen Dinge ist, kann sich ohne Lenker und Führer nicht bewegen, wie sollte da die Welt ohne einen Lenker und Leiter, ohne Gott bestehen können? (vergl. Gaster, The Ancient Collections of Agadoth p. 11 no XII). Ebenso wie R. Gamaliel II, kannte auch R. Joshua ben Chananjah diesen Beweis. Er wurde von Hadrian, beinahe mit denselben Worten befragt: Hat die Welt einen Herrn? R. J.: Was denkst du denn, daß die Welt herrenlos sei? H.: Wer hat Himmel und Erde erschaffen? R. J.: Gott, wie es heißt: Im Anfänge erschuf Gott Himmel und Erde (Gen. 1,1. Midrasch Abchir, Jalk. I, 396). Zu unserem Texte fehlt wahr-