Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 98)
- Language
- German
- Belongs to
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98 Die Gotteslehre in der jüdischen Apologetik. auf die Schilderung Abschaloms in! Midrasch קרי ולא כתיב (Jellinek, בה״מ V. 27) zu verweisen, von dem gesagt wird: כי בקש להמית אביו וכפר בעיקר ובא בזדון על פלגשי אביו• Wir haben bisher zwei Methoden der Abwehr gegen den Atheismus kennen gelernt. Erstens den Hinweis auf das Schriitwort, und zweitens die Benützung der Legende. Es gab aber noch ganz andere Mittel und Wege in diesem Geisteskampfe, besonders wenn die Weisen Israels heidnischen Fragestellern gegenüberstanden. Den Juden konnte man mehr oder weniger durch ein Citat aus der heil. Schrift oder durch eine agadische Legende befriedigen, dem Heiden gegenüber würde der Erfolg ganz ausbleiben. Es ist eigentümlich, daß in der jüdischen Apologetik ebenso wie in der Christliehen Apologetik diesem Problem eine verhältnismäßig ganz unbedeutende Rolle zuerkannt worden ist (v. Schliem ann, die Clementiner p. 33). Die antike Philosophie hat das Problem der Existenz Gottes nicht unberücksichtigt gelassen (vergi. Jahrbücher für Klass. Philologie 15 (1905) p. 628), in den Dialogen zwischen Juden und Heiden handelt es sich mehr um die Existenz vieler Götter, als um das Dasein eines Gottes. Die Einheit, und nicht das Dasein Gottes wurde in Frage gestellt. Der Grieche oder Römer, der Syrer oder Araber, der Himmel oder Erde mit sovielen unzähligen göttlichen Mächten bevölkert, fragte und zweifelte, ob ein Gott genüge. Ferner fehlte ihm ein Gott, den er mit eigenen Augen in seinem Atrium oder Forum, in seiner Stube oder auf dem Marktplatze sehen konnte und wollte. Das Dasein eines unsichtbaren Gottes konnte er nicht begreifen und verstehen. Die wenigen Fragesteller in den rabbi*!;Ischen Dialogen, die nach der Existenz Gottes fragen., stammen entweder aus dem Kreise jener Philosophen, die jeden Glauben an die heimatlichen Gottheiten längst von sich geworfen hatten oder gehören zu jenen Gottsuchern, die alle Schulen und Tempel durchwunderten, und der innem Stimme folgend fragten: Gibt es einen Gott im Himmel? Als solcher wird Jithro geschildert, (Mech. Ex. 18.11 Deut. r. 1,4; 2,18), der überall Gott sucht, auf allen Altären opfert und in allen Tempeln betet, aber vergebens, bis er ins israditische Lager kommt und ihn dort findet. (Solche Gestalten sind auch in den apologetischen Schriften der Kirche wieder zu finden, v.