Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 96)
- Language
- German
- Belongs to
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96 Die Gotteslehre in der jüdischen Apologetik. Joch Gottes von sich geworfen haben, und der Herrschaft eines irdischen Königs sich unterworfen haben.) Die zweite Gruppe im Bunde der alten Atheisten, nebst den Kindern des Belial (vergl. auch ascensio Jes. 1,4, Belial ist der Herrscher dieser Welt, Test. Reuben 6; Levi 19, Dan. 5, Naph. 2, Jubiläen I 20, 15,30: Syb. orac. II 167. III 63—72 and M. Ps. ed Prag 31a מהר בליעל? מגלה עריות), ist die der כופר בעיקר der die Grundprinzipien des Judentums leugnet. Eine tannaitische Quelle beschreibt die verschiedenen Stufen, die zu diesem Höhepunkt führen. Die erste Stufe ist denjenigen zuerteilt, die das Wort der Schriftgelehrten verachten. Gemeint sind wohl jene Kreise, welche die mündliche Lehre verwerfen, und folglich die Worte der Satzungen der Weisen oder Alten als nicht bindend ansehen. Auf der zweiten Stufe begegnen wir jenen, die gegen das Gesetz, also auch gegen das schriftliche, auftreten. Hier werden zwei verschiedene Gruppen unterschieden. Die eine bekundet eine gewisse Sorglosigkit und Oberflächlichkeit in der Ausübung der Gesetze, die zweite verwirft das Gesetz im Ganzen und Großen, will davon nichts wissen. Auf der nächsten Stufe stehen Leute, die sich damit, daß sie selbst das Gesetz von sich geschüttelt haben, nicht zufrieden geben, sondern durch Spott und Verachtung der Gesetze auch andere darin hindern oder gar stören wollen. Dann werden solche geschildert, die sich mit einer passiven Opposition gegen das mündliche Gesetz gar nicht begnügen, sondern einer persönlichen Feindseligkeit gegen die Lehrer des Gesetzes folgend diesem Hasse auch Ausdruck geben. Auf der nächsten Stufe wird das Gesetz als vollkommen ungiltig erklärt und das Dasein Gottes entschieden geläugnet (Sifra. p. 104). Diese Borajta trägt alle Zeichen des Alters, und spiegelt die Verhältnisse, die zur Entstehungszeit des Christentums im jüdischen Volke herrsehen, wieder. Erstens die ausgesprochene Opposition gegen das mündliche Gesetz und seine Vertreter, und zweitens der wilde Zug der Gesetzesverachtung sind unleugbare Zeugen, daß wir hier eine Schilderung der geistigen und religiösen Bewegung des ersten Jahrhunderts, wahrscheinlich nach der Zerstörung, vor uns haben. Für unsern Zweck genügt es darauf hinzuweisen, daß wir hierirr