Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Gotteslehre in der jüdischen Apologetik. 95 himmlische Joch von sich werfen, also Juden, und keine Heiden. Juden, die das Dasein Gottes leugnen. Wie in der ganzen anonymen Agada, stehen wir auch hier vor der Schwierigkeit den Zeitpunkt dieser Sätze festzustellen. Es ist keineswegs ausgeschlossen, daß diese Stellen die Zustände vor der Zerstörung des Tempels wiederspiegeln. Wendet sich doch Chaninah, der Vorsteher der Priesterschaft, gegen Zeitgenossen, die das Joch des Heiligen von sich warfen (Aboth RN. 20. 1.) Es ist zwar nicht ausgeschlossen, daß der Sag an Leute im Sinne hat, die in ihrer Abtrünnigkeit einem fremden Kulte sich angeschlossen haben, und dadurch עולו של הקב״ה von sich geworfen haben. Aber der Ausdruck פורק עול deutet gewöhnlich auf Atheismus, und nicht auf Polytheismus hin. Diese Tatsache möge durch einige Beweise begründet werden. Ein Anonymus beschreibt die Schlechtigkeit der Kinder Ahabs, indem er sagt: Sie nahmen das Joch des Himmels nicht auf sich, sie anerkannten Gott nicht <d. h. sein Dasein), indem sie sagten: Es gibt keine Macht im Hirnmel! (Koh. r. 1,39, vergl. auch Exod. r. 30,5 über die zehn Stämme (sie wollen das Joch des Himmels nicht tragen), und M. Friedmann, בית תלמוד I, 333f.). עול מלכות שמים muß daher bedeuten, das Joch des himmlischen Reiches, den Glauben an die Existenz eines Gottes im Himmel, der das Weltall wie ein König sein Reich beherrscht. Wer dieses nicht eingesteht, der ist פורק עול מלכות שמים (vergl. M. Ber. II. 2,6 b. Ber. 10B. 61 B. R. A k i b a und R. J o - sua ben Korha). Dieser muß aber auseinander gehalten werden von dem, der das Joch der עול תורה׳ עול מצוות (vergl. die Clem. Recognitiones 10, 1, das Joch der Religion) עול שעבוד מלכיות (R Nehunja ben Ha Kanah Aboth 111. Pesikta ed. Buber. p. 200a. Tanh. Frankf. a. O. 283a) oder עול דרך ארץ (vergl. Friedmann, 1. c. p. 334) von sich wirft. Während der פורק עול מלכות שמים an Gott nicht glaubt, so reißen diese letztere sich los entweder von der Verbindlichkeit des Gesetzes oder vom Glauben an den himmlischen Ursprung der Thorah. Die zwei letzten Bezeichnungen sind aus dem politischen und sozialen Gesichtskreise entlehnt. (S. Mech. p. 5b, Jomah 85B. Aboth RN. c. 20, ed. Schechter p. 72; Cant. r. 1,6 wird von den Ratsherren in Judäa gesagt, daß sic פרקו עולו של הקב״ה das