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Jeschurun · 1920-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1920) · p. Seite 88

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 88 (sequence 88)
Language
German
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88 Erziehungsfragen. hat. Aber doch nicht so, daß andere Völker über uns zu Gericht sitzen dürfen. Immer noch stand der Jüdinnen Sittlichkeit hoch über der ihrer Umgebung; auch im Weltkrieg. Freilich, was morsch ist an der Moral unseres Volkes, das wollen wir offenen Auges erkennen, um es zu bessern. Die entsetzliche Tragödie des Mädchenhandels, die z. B. Mendel Mocher Sforirn in מעמק הבכא entrollt, oder das Elend und die Verrohung der Prostitution, die J. L. Perez in seiner Tragödie ״Die drei Schwestern“ auf deckt (auch .,,Gott der Rache“ von Schalom Asch muß hier genannt werden), wollen nicht nur als Kunstwerk und künstlerische Motive zu uns sprechen. Sondern unsere Herzen öffnen und zur Besinnung bringen. Denn wir müssen die Frage stellen: מדוע לא עלתה ארוכת בת עמי•" Ueber dieses Problem kann hier gewiß nichts Endgültiges gesagt werden. Denn einen Einfluß haben wir doch auf die Gestaltung solcher Angelegenheiten in keinem Lande. Bliebe also nur für ארץ ישראל, sobald es unser ist, unsere Wünsche zu äußern; das aber gehört nicht unmittelbar in den Rahmen der Erziehungs־ fragen und soll uns vielleicht einmal als besondere Untersuchung beschäftigen. Und doch hat die Frage auch jetzt schon eine unmittelbar an uns herantretende Forderung und sogar in doppelter Bedeutung: es handelt sich einerseits um die Fernhaltung jüdischer Frauen von der Prostitution, anderseits um den Verzicht jüdischer Männer auf die Dirnen. Ich bin mir bewußt, damit nicht mehr als die Formulierung der Aufgabe gegeben zu haben, und das ist noch leein besonderes Verdienst. Aber wer mehr kann, den bitte ich darum, mehr zu tun. Angedeutet habe ich doch in den der Sexual- Pädagogik gewidmeten Abschnitten, wie man dem Mann einigeu Abscheu vor der Gemeinheit der Prostitution dadurch beibringt, daß man ihm den Glanz des Heiligen zeigt. Und so wie wir dort positiv von der Unberührtheit unserer Schwestern zum Jüngling sprachen, so müssen wir angesichts der Prostitution ihm vor Augen halten, daß ein jeder, der aus dieser Sünde auch nur einmal Genuß schöpft, mitschuldig daran ist, daß die Menschheit sich immer tiefer in Schuld verstrickt, und den Weg zur Höhe immer mehr versperrt findet. Ich spreche vor allem zu denen, die אהבת ישראל m ihrem Herzen

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