Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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82 Erziehuna־sfrag־en. die Bahn der Treue gegen das Weib und somit das Gesetz, so Ist die Leistung nicht geringer als die gelungene Erziehung zur Keuschheit Aber eine unerbittliche Feindschaft ist damit allen Lüstlingen und Don Juans angesagt, allen schamlosen Genießern, die Ehre rauben und preisgeben — denn auch das selbstvergessene Weib wird von der Acht getroffen — oder gar das Glück einer Ehe zerstören, ganz besonders aber auch Kampf allen Theoretikern des Rechts des Sichauslebens und der Zügellosigkeit Mit ihnen, die des Volkes seelische Gesundheit untergraben, kann uns kein Band des Verstehens verbinden. Ueber die Sexualmoral der Ehe wäre ein großes Kapitel zu schreiben. Das aber kommt mir nicht zu. Ich hoffe, ein Berufener wird diese würdige Aufgabe erfüllen. Wir dürfen, wenn anders wir ernstlich das Sexualleben sanieren wollen, nicht an einer Verirrung Vorbeigehen, die immer mehr um sich greift: Die Art der Eheschließungen. Dieser Gegenstand ist nicht nur wichtig mit Rücksicht auf das Leben in der Ehe sondern beeinflußt in hohem Grad das Verhalten des Mannes vor der Ehe. Ohne hier ins Einzelne gehen zu wollen, muß doch hervorgehoben werden, daß die leider in orthodoxen Kreisen verbreitete Manier, die Geldfrage ungebührlich in den Vordergrund zu rücken, ein Verhängnis ist. Es ist merkwürdig, wie Menschen, die angeblich ihr ganzes Tun nach den Worten unserer Weisen regeln, so ganz deren goldene Regeln über die Bewertung des Vermögens der Frau vergessen — oder verachten (?). Daß man, wenn man zwischen einem würdigen aber armen und weniger würdigen doch reichen Mädchen die Wahl hat, sich für jene entscheiden muß, daß das erheiratete Geld kein מטמון של יושר ist, das wird gänzlich übersehen. Ich aber sage, wer die Verehelichung zu einem Kauf erniedrigt, wer an die heiligste Handlung im Leben mit solch gewinnsüchtigen Erwägungen herangeht, der hat den Geist unserer Gesetze ebenso verkannt wie so mancher, über den man mit verächtlichem Lächeln hinwegblickt, weil er ein Gebot nicht beobachtet, das wir schätzen. Der Ehe mit ehrfurchtsvollem Erwarten kann doch nur entgegenleben, welcher einen Menschen im Weib erringen will. Nur von dem aber kann man mit einiger