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Jeschurun · 1920-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1920) · p. Seite 81

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 81 (sequence 81)
Language
German
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Erziehungsfrag־en. 81 die den König, der ihr auf dem Maskenfest ungebührlich naht, voll Verachtung zurückweist, dithyrambisch gefeiert wird, anderseits des Königs Anstieg zur sexuellen Läuterung einen wesentlichen Teil seiner Wandlung ausmacht. — Mögen jüdische Jünglinge, denen des Gesetzes Forderung zu schwer und lebensfremd erscheint, erkennen, daß ein freier, moderner, ja fast revolutionärer Geist — man lese Björnsons Ausführungen über Geistesfreiheit (Vorwort zu ״Der König'4) — nichts anderes verlangt. Mag sein, daß man mich tadelt, weil ich nicht die ganze Verpflichtung zur jüdischen Sexualethik den Quellen entnehme. Aber mir kommt es auf das Resultat an, und ich glaube, der Genius desjüdischen Volkes wird sich jeder unbefleckt gebliebenen jüdischen־ Seele freuen, gleichviel von welchem Ausgangspunkt her sie zur Höhe gelangte. Denn ich will ein weites Echo finden mit meinen Worten und hoffe, daß ebenso wie Goslars Schrift auch mein be״~ scheidener Beitrag außerhalb des engen Kreises der thoratreueu Judenheit wirken wird. Ich glaube in der Tat, daß die Rückkehr eines nennenswerten Teils der Jugend Judas — in welchem Lager auch immer die einzelnen stehen — der Beginn der sittlichen Wiedergebürt sein wird, ein untrügliches Zeichen der Unvergänglichkeit unseres Volkes. Auch alle anderen Volksbestrebungen: geistige, religiöse, politische erhalten erst im Zusammenhang mit der Sicherung sexualethischer Gebote die Bürgschaft für ihren Erfolg. Es Kt umso wichtiger das zu sagen, als viele Schaffende, besonders rt*e Wortführer der Verjüngung — von Goslar abgesehen — über diesen Gegenstand mit Stillschweigen hinweggleiten. Der thoratreue Kern des Volkes aber muß in jedem, der sich zu seiner Sexualethik bekennt, einen Zurückkehrenden erkennen, einen edlen בעל תשובה und in jedem Orthodoxen, der sich über die geschlechtliche Moral hinwegsetzt, einen zweifelhaften Genossen erblicken, ja einen, d'er uns gefährdet, weil er unter der Maske der Frömmigkeit ihr wahres Wesen lästert, und sie in Mißkredit bringt, in den Ruf von Halbheit und Heuchelei. Mit dieser Schärfe soll freilich keine unerbittliehe Härte und Verstoßung gepredigt werden. Gerade die Gefallenen sind Objekte der Erziehung, und wenn es gelingt einen, der der Uebermacht der Leidenschaft erlag, zurückzuführen auf

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