Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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Erziehungsfrag-en. 69 werden: von seinem Verhältnis zur Mutter soll das Kind früh hören, und zwar sollen die Erzieher spontan sich ihm zuwenden. Nicht כי ישאלך בנך מחר sondern ולשאיבו יודע לשאול את פתח לר . Das Kind soll am frühesten von dem in sittlicher Reinheit strahlenden Sexuellen hören, nicht wie es so oft — wohl immer geschieht auf dem Umweg über die Kenntnis des Lasterhaften und Schlüpfrigen sich mühsam selbst zur Erkenntnis des Heiligen am Geschlechtsleben durchringen müssen. Unsere Erziehung muß mit der ethischen Tendenz zugleich die normal-sexuelle Komponente, das im Dienst des Volkes und der Zukunft stehende i. e. Fortpflanzung und Veredelung dienende Zusammenleben der Geschlechter, also im edelsten Sinn von Ethik durchtränkte Physiologie einführen, und lange bevor unsere Kinder etwas von Prostitution und Perversitäten und Entartungen gehört haben, müssen sie mit der Norm des Geschlechtliehen vertraut sein. Ich denke mir die Belehrung etwa so: in einer Stunde, wo das Kind der Eltern Liebe besonders lebhaft fühlt, wo es sich dankbar an die Brust der Mutter schmiegt, um für Güte und Zärtlichkeit zu danken, kann die Mutter in leisem, warmem Ton künden, daß die Liebe der Eltern viel größer sei, als das Kind ahne. Und da das Kind, von dem heiligen Ernst, der die Mutter gewiß erfüllt, wenn sie das Kind an die Pforte des Wissens, an aas Tor der Liebe, die die Welt erbaut: עולם חסד יבנה ergriffen, auflauscht, wird sie fortfahren: längst bevor Du, mein Kind, atmetest, vor Deiner Geburt schon, war meine Liebe bei Dir. Ja, Du warst in mir, und durch mich wurdest Du. Und wie Du groß und reif genug wurdest, um allein leben zu können, da verließest Du mich, aber ich will sie gern gelitten haben, wenn Du ein guter jüdischer Mensch sein wirst. Und in der ersten Zeit nach Deiner Geburt, als Du noch nicht allein Nahrung nehmen konntest, da fandest Du sie in meiner Brust. Die Natur hat auch das so eingerichtet, damit das neugeborene Kind alles vorfindet. Alles das gibt eine Mutter dem Kind. — Ich meine, selbst ein seelisch mäßig entwickeltes Kind müßte lange unter dem Eindruck dieser Offenbarung stehen und muß jedenfalls etwas Heiliges im Beruf der Frau, der Mutter erkennen. Muß nicht der Jüngling, wenn sein Triebleben erwacht, an diese Enthüllung zurückdenken und in jedem