Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2292996-2292998--04005-2297287- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
68 Erziehungsfragen. früht ansehen. Da aber oft im 11. Jahr Qroßstadtkinder erstaun״ lieh informiert sind, was alle wissen, natürlich nur nicht Eltern und Lehrer, so glaube ich vielmehr, daß man die Stellen schon deshalb übersetzen müßte, um einen ungezwungenen Anknüpfungspunkt für die ethische Betrachtung der geschlechtlichen Dinge zu haben. Unsympatisch und bedenklich ist ja immer nur, daß man bei den Kleinen Stellen überschlägt und dadurch erst die Aufmerksamkeit weckt, so daß unfehlbar zu Hause eine Uebersetzung aufgeschlagen wird. Es ist deshalb sehr zu erwägen, ob nicht Ausgaben des תג״ך verwertet werden sollten, in denen solche Stellen ausgelassen sind. So sah ich auch, daß ein auf der Höhe der Gesinnung und des Wissens stehender Rabbiner mit seinen kleinen Töchtern nach einer solchen Ausgabe lernte, trotz der Bedenken, die man wohl geltend machen kann. Probleme aber geben sofort all die Stellen auf, die Wortlaut haben: ותה ר ותלד. Auch weiß ich nicht, wie man das: וידע את אשתו den Kindern nahe bringen will. Jedenfalls meine ich, daß die ersten Stellen insofern ruhig als Einführung gegeben werden können, als die Rolle der Mutter als Trägerin des Embryos und der Mutterschoß als die Heimat des werdenden Menschen bezeichnet werden kann. Ganz gewiß soll man da keiner Frage dilatorisch ausweichen, sondern in allgemeinen Erklärungen beantworten. Ich bin freilich nicht dafür zu haben, daß man mit Rousseau die Antwort jener Mutter, die ihrem fragendem Kind antwortet: ״die Mutter uriniert unter großen Schmerzen das Kind/‘ für bewundernswert hält. Sie ist doch •wohl durch das verwendete Verb zu niedrig und klein. Zu einem Exkret darf der Foetus nicht herabgewürdigt werden und die Geburt nicht zu einer Nieren- oder Harnblasenfunktion. Ich habe schon des öfteren der Rolle der Mutter in der Ent־ stehung des Kindes gedacht. Hier im Rahmen der ethischen Aufklärung hat die Mutterschaft ihre besondere Stelle, und deshalb möchte ich sie zum Ausgangspunkt und Zentrum machen, und an dieser Stelle bei ihrer Bedenkung für die Erweckung der kindlichen Seele zum Verständnis des geschlechtlichen Lebens verweilen. .Wie ich oben schon erwähnte, so muß es für den Erziehungsplan