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Jeschurun · 1920-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1920) · p. Seite 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 65 (sequence 65)
Language
German
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65 Erziehungsfragen. asa sich zwischen den Erzieher und den Zögling gar oft schon ein Gegenstand, ein unwiderstehliches Begehren, das oft die stärksten und wirksamsten Argumente zunichte macht. Von diesem doppelten Ausgangspunkt aus: der fundamentaleren Erziehungsaufgabe dem Kind gegenüber, der größeren Bereitwilligkeit und Folgsamkeit des Kindes ersteht uns als die eigentliche und zentrale Verpflichtung die Belehrung des Kindes. Von seiten vieler Pädagogen ist ja schon darauf hmgewiesen worden, auf welchem Weg die Einführung des Kindes in die Kenntnis des Sexuellen erfolgen soll. In den Vordergrund wurde dabei stets gestellt, von den biologischen Wissenschaften auszugehen. Man solle zunächst von der Befruchtung im Pflanzenreich sprechen, Begriffe wie Samen, Nabel etc. erst vertraut werden lassen, um dann den Uebergang zum Tierreich zu vollziehen. Auch hier — bei den Einzelligen und vielen Mehrzelligen weicht der Typus der Vermehrung bezw. Fortpflanzung, jedenfalls was die äußere Form anbetrifft, so erheblich von den Verhältnissen beim Menschen ab, daß das Ahnen im Kind noch kaum erwacht. Man darf nun noch eines nicht vergessen: die Einführung in das Geschlechtsleben kann nicht so erfolgen, daß man eine detaillierte spezielle Zoologie liefert. Dazu ist die Schule — selbst auf der Oberstufe — nicht da. Das Problem wird also nicht durch eine rein wissensmäßige, Schritt für Schritt sich dem menschlichen Sexualtypus nähernde Belehrung gelöst. Auch hier also ist die Ethik nicht einfach das Resultat vertieften sachlichen Wissens, wie das Sokrates immer betonte. Wir können von der biologischen Seite nur die Förderung erwarten, daß eben Begriffe wie Befruchtung, Fortpflanzung, männliche und weibliche Geschlechtszellen und -Organe in dem Unterricht zunächst unauffällig ■eingefühnt und als außerordentlich wichtig in seinem Verlaufe mit steigendem Nachdruck genannt werden. Es kommt also mehr auf die allgemeinen Begriffe als auf die spezielle Morphologie an. Ich denke mir nun den Gang des Unterrichts so, daß nachdem in der Botanik an Hand einer Pflanze die der Fortpflanzung dienenden Organe genannt und in ihrer Be־ deutung gewürdigt worden sind, ein über den Rahmen der Pflanzenweit hinausgehender — nicht den Kindern erkennbar tendenziöser

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