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Jeschurun · 1920-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1920) · p. Seite 59

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 59 (sequence 59)
Language
German
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maB₪am₪m₪nm₪mamam₪msBu₪₪₪nmnB₪₪₪mBnBum₪aM₪₪₪₪BBK₪a₪₪BsaBa₪₪mmmmm Aus dem Leben der Schule. 59 Mystik. Unwillkürlich wird der Schüler, an dessen Fragen nach den Grundsätzen altjüdischer und moderner Erziehungslehre13) die Besprechung anzuknüpfen sucht, auf die inneren und äußeren Be־ Ziehungen der besprochenen Erscheinungen zur Ideenwelt des Judentums eingehen und den Anspruch, den sie erheben, seine eigene Ueberzeugung zu beeinflussen, vereint mit dem Lehrer prüfen an den allgemeinen Grundlagen der Weltanschauungslehre und den besonderen Lehren seines Glaubens. Wie viel leichter solche selbständige Erfassung und innerliche Aneignung der Kultur und damit die Gewinnung der Einheit des eigenen Wesens an der jüdischen Schule möglich ist als an der allgemeinen, wo die Aufgabe der Auseinandersetzung mit allen Ein- Wirkungen, die aus Unterricht und Leben auf den Schüler gewirkt haben, folgerichtig nur den 2—3 Stunden Religion zufallen kann — das dürften die obigen Ausführungen allerdings gezeigt haben. Mehr als die G r u n d 1 a g e n zur Auseinandersetzung mit der allgemeinen Kultur wird sie freilich nicht legen können; denn im allgemeinen wird sie ihre Schüler schon mit etwa 16 Jahren entlassen müssen — wenn nicht manche Eltern aus triftigen Gründen, andere in der Meinung, ihr Kind ״lange genug in die jüdische Schule geschickt zu haben“, die Jungens oder Mädels gerade in dem Alter der Anstalt entziehen, in welchem diese auf deren Lebensanschauung planmäßig zu wirken beginnt. In jedem Falle bleibt eine Reihe sehr wichtiger Aufgaben in der Realschule16) oder dem Lyzeum ungelöst, deren Bewältigung dem Religionsunterricht der Primaner, der Lektüre von Aufsätzen, wie sie z . B. Armin Blau in dieser Zeitschrift beigesteuert hat, der Volkshochschule und namentlich dem Jugendverein Vorbehalten bleiben müssen. Ich 5ז) Sie wird einen sehr großen Teil der — aus der Praxis des Lyzeums — oben angeführten Aufgaben nur in einer Obersekunda oder Aufbauklasse lösen können. 16) H. Gaudig nannte sein Buch, in welchem er die Anregung des Schülers zu Fragen und deren Beachtung im Unterricht fordert, didaktische Ketzereien. Für uns bedeutet diese Methode keine Ketzerei (der Talmudunterricht verzeiht die dümmste Antwort eher, als das Unterlassen einer notwendigen Frage), sondern schwärzeste Orthodoxie, deren Durchführung in jeder Schule und jedem Unterrichtsfach in den auch bei uns herkömmlichen Grenzen ich für dringend erwünscht halte.

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