Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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30 Rabbi Akiba Eigers Gutachten. Kampfesmut, vor allem aber mehr positives Wissen vom Leben könnte unsrem ״Religionsunterricht“, der gar so oft bezeichnenderweise mit der so weltfremden Frage: ״Was ist Religion?“ anfängt, neues Blut und neues Leben zuführen. Natürlich wäre erste Voraussetzung einer solchen Neugestaltung des Religionsunterrichts eine durchgreifende Umformung der Ausbildung der Religionslehrer an den Lehrerseminar i e n und rabbinischen Ausbildungsanstalten. Es müßten Kurse, pädagogische Seminarübungen für den religiösen Wissenszweig unsrer Rabbinatskandidaten ganz anders vorgebildet werden. Es geht nicht an, daß wie bisher der Rabbiner wie ein Neuling allen pädagogischen Fragen gegenübersteht und dennoch in seinem Nebenamte an höheren Schulen so nebenbei den Religionsunterricht schlecht und recht erteilt und bei der Behandlung der wichtigsten und schwersten Lebensfragen sich und seine jungen Kandidaten in Verlegenheit setzt. (Uns selbst sind diese uferlosen Religionsstunden und systematischen Religionsgespräche noch von der Gymnasialzeit eine sehr unerquickliche Erinnerung.) Also der jüdische Religionsunterricht muß umkehren und muß aus einem Stiefkinde des Gesamtunterrichts Krone und Vollendung der jüdischen Persönlichkeit und jüdischer Charakterbildung werden. Rabbi Akiba Eigers Gutachten (1828) über Einrichtung eines Tauchbades (Mikwa). Mitgeteilt von Bibliothekar Dr. Moritz Stern, Berlin. Im Anfänge des 19. Jahrhunderts bei Neubegründung vieler jüdischer Gemeinden Deutschlands war die Einrichtung eines ritueilen Tauchbades (Mikwa) eine Pflicht, die selbstverständlich überall erfüllt wurde. Man benutzte vorhandenes Grundwasser, Regenwasser oder leitete, wo eine Quelle oder ein Fluß war, deren Wasser herbei. Für die Anlegung einer Quell- oder Fluß-Wasserleitung sprachen Gründe der ״Gesundheit und Reinlichkeit“. Des-