Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 MamBt₪m₪aaB₪amamaB₪₪BBasa₪amaBmatmm—ca Moralunierricht und Religion. sie und Geschichte unterstützen den stufenweise aufgebauten Moralunterricht. Ja, es finden sogar — ein echt englisches Verfahren — öffentliche Vorführungen von ethischen Besprechungen mit Schülern in Gegenwart Erwachsener statt, und diese Besprechengen werden dann nach Fortgang der Kinder von den Zuhörern einer Kritik unterzogen. — Gesondert erteilte Moralstunden sind nach Ansicht englischer Moralpädagogen weit wirksamer, als dem biblischen, geschichtlichen oder Poesie-Unterricht gelegentlich eingefügte Anregungen, da solche von Zufall oder Stimmung abhängigen Abschweifungen vom Hauptgegenstande doch wenig wirksam sind, ebensowenig wie die Moralpredigten, die gelegentlich eines Deliktes den Schülern in einer Aufwallung des Aergers oder übler Laune erteilt werden und meist den psychologisch ungünstigsten Augenblick wählen. Solche Besprechung von Lebensfragen erfordern ungeteilte, eingehende, hochgeistige und begeisternde Lehrstunden. Es genügt also nicht, ״die Reihe der israelitichen Könige oder ganzer Kapitel aus der Bibel und den Psalmen herzuplappern oder andere intellektuelle Kunststücke auszuführen..sondern die moralische Natur zu bilden und die geistigen Kräfte zu wecken, zu lehren, was in unseren Schulen unglaublich vernachlässigt wurde: führende Lebensweisheit.“ (Zitiert bei Förster, S. 184.) III. Folgerungen• Ziehen wir die Folgerungen aus dieser gedrängten Darstellung der Bestrebungen in diesen drei Ländern Frankreich, Amerika und England für die zu befolgende Praxis in Deutschland, bzw. für die uns traditionstreue Juden angehenden Interessen, so werden wir finden, daß wir von Frankreich nichts, wohl aber von den in Amerika und England eingeschlagenen Verfahren manches für uns zur Lehre annehmen könnten. Gewiß steht es außer Zweifel, daß wir Juden auf die Kenntnis unseres Schrifttums von Bibel und Talmud keinem noch so moraltüchtigen, patenten Lehrgebäude zuliebe irgendwie verzichten können. Auch braucht es hier nicht erst des Breiteren ausgeführt zu werden, welch unausschöpfbare Schatz- Kammern einem etwa neuzubegründenden jüdich-ethischen Unterrieht in unserer talmudischen, agadischen,midraschischen Literatur