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Jeschurun · 1920-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1920) · p. Seite 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Moralunterricht und Religion. 17 der Bibel, oder ein Bibelersatz mit Weglassung aller konfessionellen und metaphysischen Umkleidung nicht imstande ist, die für das Erziehungswerk unbedingt zu verlangende Ehrfurcht vor einen! absoluten und einer über aller Vernunftberechnung stehenden Urgewalt zu wecken, oder zur Entwicklung zu bringen. Frankreich, das Land der individuellen Freiheit, kann uns hier Erleuchtung bringen. Das Beweismaterial entnehmen wir aus dem ״Handbuch des Moral Unterrichts״, das offiziell an vielen Staatsschulen Frankreichs anstelle jedes anderen Religionsbuches elngeführt ist. (Resume de Hnstruction Morale et CiviQue par F. Lechantre, Douai 1902.) Wir werden sehen, daß diese nur auf das Verstandesmäßige berechneten Lebensregeln und nur vom Geiste des Nützliehen und Zweckmäßigen erklügelten Moralparagraphen das phantasiebegabte Kindergemüt nicht befruchten, sondern veröden, die religiösen Anlagen des Kindes (denn solche gibt es zweifellos) ertöten, nimmer aber den Schauer des Heiligen und Großen, die Ehrfurcht vor dem Göttlichen und Unerforschlichen vor dem dichterischen im Naturwalten im Kinde zu entfalten geeignet sind. Frankreich.”־ der unversöhnliche Feind aller Romantik, dieses Land mit seiner Anbetung des Intellektualismus und seinem Verstandshochmut, kann uns den Abweg zeigen, dein die deutsche Schule entgegengeht, wenn sie sich dem Moralunterrieht mit Haut und Haar verschreiben sollte. Die folgenden Belegstellen sollen zeigen, wie sich in der Praxis ein solcher Moralkatechismus anhört. Wir übersetzen Im Folgenden eine Reihe von Paragraphen und Erklärungen, wie sie sich wörtlich in dem genannten Buch ohne langes Suchen dem Leser darbieten. I. Kapitel: Moral, Familie, Eltern und Kinder. Die Moral ist das Wissen von den Sitten und Lebensregeln; sie ist die nützlichste der Kenntnisse, da sie lehrt, wie wir das Gute üben und das Böse meiden sollen. Wir tragen in uns ein Gewissen, das uns das Gute und das Böse erkennen lehrt.— Die Tugend ist die Gewohnheit des Guten, das Laster die Gewohnheit des Bösen. Derjenige, der das Gute tut, ist mit

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