Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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12 Der Friede. Darum lenke man ihren Sinn auf den alten Jakobs-Kampf, der das ewiggültige Symbol der Niederringung des Schlechten im eigenen Innern ist Daß sie die ganze Tiefe des Wortes begreifen lernen: Der Frieden ist für die Welt, was die Hefe für den Sauerteig. Sie sollen nicht in die Versammlung laufen und dort Resolutionen beschließen, daß man ״lernen“ soll. Sie mögen sich selbst eine Stunde ihrer Lieblingsbeschäftigung, ihrem Spiel, ihrer Unterhaltung, dem Schlaf abringen, um sie dem ״Lernen“ zu widmen. Sie sollen die Bekämpfung ihrer Fehler in ein System bringen, mit einander wetteifern, wem zuerst der Sieg gelungen. Sie sollen den bewundern, der wie die Juden alten Schlages, seine ganze Kraft einsetzt zu dem Kampf mit der eigenen Persönlichkeit und die Wahrheit erfassen lernen, daß es um diesen Kampf nichts geringes ist, daß das ganze Leben nicht ausreicht, um hier von Stufe zu Stufe zu einem kleinem Maße der Vollkommenheit zu gelangen. Dann werden vir ein Geschlecht erstehen sehen, daß in seinem überwiegenden Teile aus Persönlichkeiten besteht, einen Kristallisationspunkt abgibt für alle Schwankenden und auch diejenigen anzieht, die uns fern stehen, oder völlig abgefallen sind. Wir werden nicht darauf verzichten können, da, wo die Wellen des Zeitgeistes gegen das gesetzestreue Judentum branden, einen Damm aufzurichten und für die Mauern des wahren Jerusalems Wächter zu bestellen, die Tag und Nacht sich nicht Ruhe gönnen und den Kampf aufnehmen gegen die feindlichen Gewalten. Aber nicht minder sollen wir uns von Zeit zu Zeit darauf besinnen, daß nicht der Krieg der Vater aller Dinge ist, sondern, daß nach jüdischer Auffassung der Friede es ist, der die Keime des Schöpferischen enthält, daß er allein den Weg zur Vollendung bedeutet. J. W. iiiuiiiiifiitiimiimiiiiüiiimmiitutm Neues Leben im jüdischen Verlagswesen. Es ist eine nicht zu verkennende Tatsache, daß eine blühende und tatkräftige Wissenschaft, oder eine gesunde Literatur sich die Verbreitungsmöglichkeit für ihre Ergebnisse selbst schafft. So