Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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10 Der Friede. stellen sucht, ist eben erfüllt vom Assimilantentum an die beherrsehende Idee einer Zeitbewegung, an die Idee des Nationalismus, vor der das Wesen des Judentums in Nichts zerfließt. Doch das nebenbei. Die Juden als Bolschewisten sind nur das erschreckende Ergebnis ihrer Betätigung als Nihilisten und Bundisten, die auch den Kampf auf ihre Fahnen geschrieben und mit den Mitteln der Gewalt ihre Ziele durchzusetzen suchten. Aber wir können noch einen Schritt weiter gehen. Der erbitterte Kampf innerhalb des Judentums selbst trägt ein gerüttelt Maß von Schuld daran, daß die Freude am Kampf um des Kampfes willen immer höher stieg und das Ideal des Juden nach nicht jüdischem Muster ״Der Kämpfer“ wurde. Das Muskeljudentum in Westeuropa, die schlagenden Verbindungen, die Turnvereine, die sich so ungeheuer wichtig nahmen, der Studentencomment, das sind alles nur harmlose assimilatorische Verirrungen gegenüber jenem, das Innere des Judentums aushöhlenden Grundfehler im Denken und Fühlen, daß es ein großes ist um den frischen fröhlichen Krieg im ״Kampf der Geister“. Er ist eine große Redensart der ״Kampf der Geister“. Eine Redensart, mit der Streitsüchtige und Ehrgeizige, Wichtigtuer und Freunde der Unterdrückung des Nächsten vor anderen und vor sich ihre wahren Motive bemänteln. Der ״Kampf der Geister“ wird in großen positiven Schöpfungen ausgefochten und bedarf zu seiner Unterstützung nicht des Geschreis der urteilslosen Masse und des Lallens der Unmündigen. Aber, seitdem wir Parteien im Judentum haben, steigen die ״Kämpfer“ in die Arena hinab und wer es am besten versteht, mit der Kraft seiner Lunge und der Rücksichtslosigkeit seiner Bemerkungen den Gegner zu schlagen, wird als Sieger gekrönt und von der begeisterungsdurstigen Jugend zum Vorbild und Ideal genommen. Er hat ״die besten Pfeile sich bis zuletzt aufgespart“, er hat der anderen Partei ״einen tödlichen Hieb versetzt“, er hat den Gegner ״zur Srecke gebracht“. Und der Mann auf dem Rednerpult war doch nur von dem kleinlichen Ehrgeiz beseelt, sich ins rechte Licht zu stellen, und hat eine große Idee mißbraucht, indem er mit Bewußtsein alle Mittelchen eines gutvorbereiteten Ringkampfes verwandte. Doch was tuts? Er wird