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Jeschurun · 1920-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1920) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Der Friede. ist das Opfer nicht מקדיש לעזאזל er weiht es nicht dem Asasel, er legte die Lose und durch Gott wird bestimmt, welches Tier dem Asasel geschickt werden soll. Durch Gott und nur in d e n Formen, wie Gott es befohlen, wird die Existenz des Bösen anerkannt und damit dokumentiert, daß eben auch das Böse nicht eine Macht neben Gott, sondern eine Schöpfung Gottes ist.1) Noch einmal, nach jüdischer Auffassung ist der Frieden das Licht, und der Gegensatz des Friedens, der Krieg, ist das Böse, die Finsternis. Und der Friede ist es, der alle Kräfte entbindet השלום לארץ כשאור לעיסה— der allein die Möglichkeit und die Kraft gibt, an der Vollendung des Menschen und der Menschheit zu arbeiten. Es ist nicht das Ziel, zu dem nach jüdischer Auffassung die Menschheit, und vor allem Israel hinstrebt, nicht die Aufgabe, denn על שלשה דברים העולם עומד על התורה ועל העבודה 'ועל גמילות חסדים. die Welt besteht auf den drei Grundsäulen des Lernens, des Gottesdienstes und der Erfüllung von Werken der Menschenliebe, um dessentwillen besteht sie, und das sollen die Menschen zu erreichen suchen. Aber על שלשה דברים העולם קיים על האמת ועל הדין ועל השלום, aber erhalten wird die Welt nur, die Mittel dieses Ziel zu erreichen sind Recht und Wahrheit und als das letzte und höchste der Friede. Das Schöpferische, das für das jüdische Bewußtsein in dem Begriffe des Friedens enthalten ist, liegt ja auch in dem Doppelsinn des Wortes שלום. das nicht nur Frieden, sondern auch Vollendung und Vervollkommnung bedeutet. Die höchste Vollkommenheit, das vollendetste Wesen, die Gottheit wird daher שלום genannt. שמו של הקב״ה שלום Er ist vollkommen in höchster Vollkommenheit, weil in ihm jeder Streit geschlichtet ist, der höchste Frieden ist, keine Wandlung des Denkens, Fühlens und Wollens. Wie ist es denn gekommen, daß man diesen jüdischen Begriff des Friedens so sehr verkannt hat, und auch bei uns nach arischem Muster der Kämpfer gefeiert wird? Weil man das Schöpferische des Friedens übersah, in dem Manne des Friedens nur den Schwächling, den Feigling sah. 1) Vergl. zum letzten Rambara zu Lev. 16,8.

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