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Jeschurun · 1920-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1920) · p. Seite 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1920)
Date
1920-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Der Friede. 5 Fortbildung und Entwickelung nur allein dem Menschen überlassen bleibt, wenn ihn sein Verhängnis dazu treibt, während an dem Outen und seiner Entwicklung Qott selbst ununterbrochen arbeitet am Webstuhl der Zeit. Jetzt verstehen wir den tiefen Sinn des Satzes (Jesajah 45,7) י יוצר אור ובורא חושך עושה שלום ובורא רע — der bildet das Licht und schafft die Finsternis, der wirkt den Frieden und schafft das Böse. Es ist bekannt, daß יוצר bedeutet Bilden und Formen eines vorhandenen Stoffes, während unter בורא das Erschaffen zu verstehen ist, das יש מאין des völlig Neuen aus dem Nichts. Und ebenso ist das עשה gleich יצר ein Bilden und Schaffen an und aus einem vorhandenen Stoff ויעש אלקים את שגי המאורות הגדולים — Gott machte die Lichtkörper aus dem Licht, das am ersten Tag bereits erschaffen war. Und געשה אדם בצלמנו, wir wollen machen einen Menschen im ersten Schöpfungsbericht entsprechend dem וייצר אלקים את האדם עפר ימן האדמה daß Gott den Menschen schuf aus dem vorhandenen Stoff der Erde. יוצר אור ובורא חושך das Licht hat Gott durch sein ״es werde Licht“ ein für alle Mal aus dem Nichts entstehen lassen, und Gottes Walten in seiner Schöpfung ist nichts als ein stetes Bilden dieses Lichtes, daß es sich immer mehr vollende, aber die Finsternis wird immer von Neuem geschaffen, und dementsprechend •עושה שלום ובורא רע An dem Frieden und seiner Vollendung schafft und wirkt Gottes Vorsehung ununterbrochen zum Segen der Menschheit, aber das Böse erschafft er immer von Neuem aus dem Nichts, das hat von Gott keine Selbständigkeit für ewige Dauer erlangt, das wird herbeigerufen, wenn es der Menschheit not tut, wenn sie die Segnungen des Friedens mißbraucht und, statt an ihrer Vervollkommnung zu arbeiten, entartet. An ihr ist es dann zu entscheiden, wie weit das Böse wirken soll, und ihre Schuld ist es, wenn es immer weiter um sich greift. Und das ist ja auch der Sinn, der dem שעיר לעזאזל innewohnt, der uns in der Schilderung des Opferdienstes am Versöhnungstage begegnet. Das Böse ist vorhanden. Die Mächte der Finsternis sind eine reale Macht; nur dürfen wir sie nicht als ein selbständiges, von Gott unabhängiges Prinzip anerkennen, nur dürfen wir ihnen nicht aus eigenem Antrieb Opfer bringen. Auch .der Hohepriester

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