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Jeschurun · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 620

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 620 (sequence 122)
Language
German
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620 Eine Bahnfahrt. wir zugeben, daß sie auch diese Bollwerke des Judentums einebnet? Wie können wir bei uns Ähnliches schaffen, in gleicher Weise Wissen in die breite Volksmasse tragen? Wie sorgen wir später am besten für Vereinigung von Ost und West? Es sind bange, ernste Fragen, die wir an die Zukunft stellen, aber sie werden niedergerungen von der sicheren Hoffnung, daß diese so starke, in sich gefestigte jüdische Masse in Rußland schon den richtigen Weg zur Erhaltung der Thora und damit ihrer selbst finden wird. .uiiiniiiilüMimuliiüiiltiiiiüii Eine Bahnfahrt1). Glupik rauscht und klingt, läßt" ein Geschrei ertönen bis in den siebenten Himmel. Du glaubst vielleicht, es brennt die Stadt, Räuber hätten sie überfallen? Choliloh! Das ist nur das alltägliche, übliche Benehmen jüdischer Kinder auf einem ihrer Bahnhöfe. Juden laufen, was bist du, was kannst du — atemlos, beladen mit Kisten, mit Säcken und Packen. Zwischen ihnen drücken sich Weiber, Geflügel auf den Händen, weinende kleine Kinder an den Rockfalten. Es herrscht ein Gelaufe, ein Tumult, ein Stoßen und Schieben, ein sich י auf die Beine treten und in Rücken- und Seitenstupsen; man kriecht auf allen Vieren, drängt sich allzugleich auf die Stufen zum Abteil 3. Klasse, stürzt sich in Lebensgefahr — und alles nur, um einenPlatz. einen Sitzplatz im Waggon zu erwischen. Und ich, Mendele mocher seforim, beladen mit meinen Schätzen, mit meinem Hab und Gut, gürte meine Lenden, laufe, jage, knie, bücke mich, stoße und klettere, alles zur gleichen Zeit, mittenmang acheinu benei jisroel — mistome muß es so sein. — Es war ja meine erste Fahrt mit der Eisenbahn; ich also noch ein Neuling ohne alle Erfahrung. 13 Verdeutschung des ersten Kapitels einer Erzählung von Mendele Mocher seforim (Sch. J. Abramowitsch) Sehern wejefess in einem Waggon. Die Übersetzung stammt von unserem hochgeschätzten Mitarbeiter H. S., der unseren Lesern von seinen ״Bildern aus Litauen* bekannt ist.

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