Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 606 (sequence 108)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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606 ]Die JosepLserzählung. Offenbar wird hier ein Motiv, das Tanchuma Jelamdenu zu Gen. 4729, ed B. Epstein S. 96, Ber. r. Kap. 96 und a. O. (siehe auch Rasehi z. St.) u. a. als Grund dafür angegeben wird, daß Jakob nicht in Ägypten habe begraben werden wollen, (שלא יעשוהו מצריים ע״ז) auf unsere Erzählung übertragen. Durch diese Übertragung ist es gekommen, daß das, was dort Jakob bei den Ägyptern vermeiden möchte, hier diese bei sich selber verhindern wollen. Schließlich sei noch eine eigenartige Erklärung der Geschichte von dem Flußbegräbnis, gleichzeitig wohl eine Art von Kombination mit der anderen Überlieferung, mitgeteilt, die sich in der persischen bzw. türkischen Bearbeitung des berühmten "Werkes: ״Geschichte der Völker und Könige" findet. Ich entnehme die Übersetzung Joseph v. Hammer, Rosenöl. Stuttgart und Tübingen. Cotta 1813, S. 99. ״Niemand wußte mehr das Grab zu finden, und ungeachtet der kurzen Zeit, die seit seinem Tode verflossen, war der Eingang der Katakomben, worin er beigesetzt worden, unbekannt, eine nicht ungewöhnliche Erscheinung in Ägypten, wo den Eingang der unterirdischen Grabgalerien oft der Sand der Wüste und oft die Flut des Nils bedeckt. Das letzte war der Fall mit Jussuphs Grab. Eine Ägypterin, die nahe am Orte wohnte, wo der Nil seine Dämme durchbrochen und das Totenfeld in einen Totensee verwandelt hatte, gab den Israeliten die nötige Auskunft. Sie leiteten das Wasser ab, räumten den Schlamm auf und fanden den Marmorblock, der den Eingang der Katakomben versperrte“. Weiter heißt es dort S. 99: ״Dieses Weib, welches Jussuphs Grab zeigte, und der Tischler, der die Wiege für Moses verfertigt hatte, waren die zwei einzigen Personen aus Ägyptens Volk, welche sich zum Glauben der Kinder Israels bekehrten und mit ihnen aus Ägypten auszogen“. In dem arabischen Original Tabaris findet sich dieser letztere Passus nicht. In jenem ist der Name Serachs allerdings nicht genannt, — vielleicht, daß dem Verfasser die Erzählung in der Form, wie sie Deut. r. bringt, Vorgelegen hat — und so haben denn die Späteren die große Unbekannte zu einer Ägypterin gemacht.