Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 601 (sequence 103)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Josephserzä&hing. 601 daß sich schon in den ältesten Quellen eine ganz andere Überlieferung über Art und Ort der Bestattung Josephs findet, macht schon von vornherein wahrscheinlich, daß so wenig jene Aus- Schmückung der biblischen Erzählung sich erst an fremden Vorbildern unterrichtet hat, ebensowenig das mit dieser der Fall gewesen ist. Schließlich will G. auch darin, daß b. Sota 13a (vgl. Midr. hagg. S. 771) hervorhebt, Joseph sei darum in den Nil geworfen worden, damit sein Wasser gesegnet werde, einen Einfluß des Osirismythus erblicken. ״Insofern Osiris als Nilgott verehrt wurde, können diese Worte, die erst im Hinblick hierauf verständlich werden, zum ferneren Beweise für die Identifikation Josephs mit Osiris dienen“. Aber gerade diese Begründung fehlt ja in den ältesten Quellen, und auf der anderen Seite berichtet der Osirismythus, (De Iside et Osiride a. a. O.), doch die angebliche Vorlage, daß die Tanitische Mündung, durch welche die Verschworenen die Lade des Osiris ins Meer brachten, noch bis jetzt von den Ägyptern ״die hassenswerte und verabscheuungswürdige“ genannt wird. Kein Zweifel! die ursprüngliche rabbinische Sage findet in sich selbst ihr Genüge und hält gar nicht nach einem weiteren Grund Umschau, warum der Leichnam Josephs gerade in den Nil geworfen wurde. Das tut erst die spätere Darstellung: so wie der lebende Joseph seinem Lande zum Segen wurde, so soll es auch der tote sein. Der Midrasch vom Ableben Mosis (vgl. auch Deut. r. a. a. 0.) den wohl auch תוספות הראש (s. יגל יעקב a. a. 0.) und תוספות שאנץ a. a. 0. im Auge haben, gibt eine eigenartige Begründung: die Ägypter hätten dadurch, daß sie Joseph in den Fluß warfen, Israel in ihrem Lande festhalten wollen, wußten sie doch, dal es Ägypten ohne den Leichnam Josephs nicht werde verlassen können. Wer vermöchte mit Bestimmtheit zu sagen, welches der erste Ausgangspunkt der Erzählung gewesen ist, und was alles dazu beigetragen hat, ihr die letzte Form zu geben, in der sie uns heute vorliegt. Einigermaßen ist es aber noch getragenen Auffassung ist, daß der Midr. vom Ableben Mosis, in diesem Punkt die Vorlage für Deut. r. (s. S. 590 uns. Abh. Inm. 1) Seracb ausdrücklich nennt.