Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 593 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Josephserzählung. 593 wörtlich geworden, s. Max Grünbaum, Neue Beiträge zur semitischen Sagenkunde S. 150, der zwar die letztgenannten Midraschstellen anführt, aber weder Seder Olam a. a. 0. bringt, noch überhaupt den ganzen ersten Ausgangspunkt der haggadischen Auffassung richtig erkennt. Derech erez sutta Kap. 1 (vgl. Jalkut Gen. § 76, Ez. § 367; s. aber Toss. B. b. 121b s. v. שבעה קפלו כל העולם כולו) wird sie gar zu den neun Persönlichkeiten gerechnet, die lebendig in das Paradies eingegangen seien. Wir erkennen also deutlich, wie das Schriftwort selbst der Boden ist, aus dem kraft der befruchtenden haggadischen Erklärung wie von ungefähr die eigenartige Bedeutung hervorwächst, die Serach keineswegs nur in unserer Erzählung hat1). Nur die bei G. in seiner damaligen Schrift allzu leicht bereite Vorliebe, in die Ferne zu schweifen, hat es vermocht, daß ein Gelehrter von seinem Range diesen hier geschilderten Zusammenhang ganz übersehen konnte, ja überhaupt kein Wort davon sagt, daß der Midrasch doch auch sonst Serach verschiedentlich nennt. Ich bringe dabei noch nicht einmal das ganze in Betracht kommende Material zur Darstellung und verweise hier nur noch kurz auf Midr. haggadol S. 680 und Pirke de R. Elieser Kap. 48, Pesikta S. 65b, 86 b und Pes. r. Kap. 17 S. 88 b. Erwähnt sei aber noch, daß Pseudo-Jonathan zu Gen. 40!7 und Num. 2646 (ed. Ginsburger S. 87 und 280) die Der. erez genannte Aus- Zeichnung als den Lohn dafür betrachten, daß Serach dem Jakob zuerst die Botschaft gebracht habe, Joseph sei noch am Leben, eine Kombination, die Pseudo-Jonathan, was sowohl Leop. Zunz a. a. 0. wie Grünbaum a. a. 0. und M. Ginsburger a. a. O. entgangen ist, der ergreifend schönen Darstellung des Sefer hajaschar entnommen hat2). Sefer hajaschar erzählt נ) Schon der Talmud führt den Seder Olam als Baraitha an, 3. L. Zunz, Gottesdienstliche Vorträge 2. AufL. S. 89, und wie ihr Herausgeher S. Buber so sieht auch neuerdings Ph. Bloch (Cohen-Festschrift Judaica S. 704) die Pesikta wohl mit Becht als das älteste haggadische Schriftwerk an, das uns erhalten ist. 2) Vgl. auch S. 105 ds. Jhrg., wo auf eine andere Stelle bei Pseudo-Jon. verwiesen ist, die wohl gleichfalls auf Sefer hajaschar zurückgeht, jedenfalls mit ihm übereinstimmt.