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Jeschurun · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 590

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 590 (sequence 92)
Language
German
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590 Die Josephserzählung. Augenfälligkeit dieser letzteren Parallele muß er aber gleich wieder durch das Zugeständnis einschränken, daß dieser Zug sich nicht in allen und gerade nicht in den ältesten Quellen finde. G. behauptet trotzdem: ״Dieser nur im Midrasch Deuteronomium (a. a. 0.) auf bewahrte Zug ist gewiß alt und eine sich aus der Anlage der Haggada ergebende Notwendigkeit“. Mit einer solchen Beweisführung läßt sich nicht streiten. Übrigens findet sich derselbe Zug auch im Midrasch vom Ableben Mosis, Jellinek a. a. O. S. 115: L. Zunz, Gottesdienstliche Vorträge 2. AufL hat bereits S. 154 darauf hingewiesen, daß beträchtliche Stücke im letzten Abschnitt des Deb. r. dem genannten Midrasch entnommen sind. Muß aber wirklich erst von außen her die Anregung gekommen sein, weitläufiger und spannend zu erzählen, wie Moses sich immer und immer wieder bemüht habe, den teuren Leichnam ausfindig zu machen? Dazu stimmt die Ausschmückuug der Erzählung in ihren Einzelheiten keineswegs mit der Darstellung überein, wie sie uns Plutarch und Diodor bieten. ״Drei Tage und drei Nächte durchschritt er immer wieder von allen Seiten die Stadt“ usw. lesen wir im Midrasch a. a. O. Das ״trostlose Umherirren״ ist das einzige Moment, das uns hier wie dort begegnet, aber der Ausdruck selbst findet sich im Midrasch nicht, wo es heißt: היה טרוד ומסבב את העיר וכר׳ . . . אעזר עין? ויגע אמרה לו במה אחה טרוד (Jellinek a. a. 0.), מעזה מסבב . . ויגע . . עזהיה עין? מן* היגיעה למה אתה עין? . . (Deut. r. z. St.), während Plutarch (a. a. O. Kap. 14) von der TcXavwfxeviQV 5s 7wavvp *at öbxopouaav erzählt, die sich sogleich nach Empfang der Schreckensnachricht eine Locke abgeschnitten und Trauerkleider angelegt habe. Im übrigen läßt gerade der Midrasch vom Ableben Mosis und Deut. r. nicht Moses die Frage an Serach richten, wo Joseph begraben sei, sondern vielmehr Serach den Moses befragen, ״was ihn so quäle, und wieso er so abgehetzt sei“ im Unterschiede von den anderen Berichten und im Gegensatz zu dem Osirismythus, nach welchem (Plutarch a. a. O.) ״Isis keinen, selbst nicht einmal die Kinder Vorbeigehen läßt, ohne sie des Kastens wegen zu befragen״. Ist aber hier wenigstens für den ersten Augenblick eine äußere Ähnlichkeit vorhanden, so werden wir gleich sehen, daß Isis und Serach, auch rein äußerlich betrachtet, nichts miteinander gemein haben. Isis, die erfährt, das Typhon seinen und ihren Bruder Osiris durch List bewogen habe, sich in einen Kasten zu legen, daß er diesen dann unter dem Beistand von zweiundsiebzig Verschworenen zugedeckt, vernagelt, mit glühendem Blei verlötet und in den Fluß geworfen habe, irrt

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