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Jeschurun · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 574

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 574 (sequence 76)
Language
German
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^74 ■Di® moderne Poetisierung des althebräischen Schrifttums. wie schriftliclie Mitteilungen? Auch, sind mündliche Überlieferung und ״Sage“ nicht identisch. Darauf muß aber sofort noch weiter eingegangen werden. Denn obgleich jener neuere Genesiserklärer gemäß dem soeben gegebenen Nachweis von einer unhaltbaren Aufstellung über den Begriff von ״Geschichte“ ausgegangen ist, ist es doch nötig, die Kennzeichen zu prüfen, nach denen er im einzelnen den Bereich von Geschichte und Sage abgrenzen will. Diesen Versuch beginnt er mit den Worten ״Ein Haupt״ kennzeichen ist, daß die Sage ursprünglich als mündliche Überlieferung, die Geschichte in geschriebener Gestalt zu bestehen pflegt“ (1910, S. VIII). Es ist nur gut, daß er, wie vorhin bei seinen Äußerungen über die Objekte von ״Geschickte“, so auch hier bei der Angabe über die Gestalt der ״Geschichte“ etwas ein schränken muß. Wie er vorhin milderte, daß die Geschichte auch in ״Memoiren oder Familiengeschichten“ bestehen kann, so muß er auch hier einschränkend bemerken, daß die Geschichte in geschriebener Gestalt zu bestehen nur ״pflegt“. Er muß also selbst zugeben, daß Erzählungen, die mündlich weitergegeben worden sind, auch den Namen ״Geschichte“ verdienen können. Folglich ist auch der Schlußsatz falsch, mit dem er die Auseinandersetzung über dieses erste Kennzeichen der ״Sage“ schließt, nämlich ״Wenn es aber mündliche Tradition über weit entfernte Vorzeit ist, was die Genesis enthält, so ist sie nach dem Obigen auch Sage“. Außerdem leidet dieser Satz an derselben innerlichen Gebrochenheit, die sich schon zweimal an den hier berührten Aufstellungen dieses Genesiserklärers gezeigt hat. Denn vor allem ist die Genesis keine mündliche Tradition mehr, sondern sie ist zum mindesten die schriftliche Fixierung mündlicher Überlieferungen. Auch die Genesis darf sich also unter den Schutz des Satzes seinen 1017 (1028) Hymnen allein vom Gedächtnis festgehalten worden ist, bis ״nicht lange vor Buddha (557 — 477) die Schreibkunst in Indien Eingang fand״, und noch andere Belege in meinem Genesiskommentar, S. 821, auch Caesar, De bello gallico VI, 14!

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