Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 570 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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570 Die moderne Poetisierung des althebräischen Schrifttums. V. 9a gleichen Sätzen achtmal ״Und Gott sprach״ (V. 3a. 6a. 9a usw.). Ans dieser Reihe, die die gleichmäßige Einleitung zu einem neuen von den acht Schöpfungswerken bildet, das dritte, vierte und fünfte Glied herausnehmen zu wollen, heißt den Stilcharakter jenes Autors entstellen. Ebenso unbegründet und willkürlich sind die andern Ausschaltungen und die Einschaltung von ״Jv.a, die Sievers sich zum Zwecke der Herstellung eines ״glatten Metrums״ gestattet hat, und außerdem hat er auch durch alle seine Operationen den erstrebten Zweck nicht erreicht. Wegen der weiteren Einzelbegründung darf ich aber auf meinen vor kurzem erschienenen Kommentar zum ersten Buch Mose verweisen1). II. Neuere Versuche zu inhaltlicher Poetisierung althebräischer Geschichtsdarstellungen. Neben der Neigung, gar manche Persönlichkeiten, die in den alttestamentlichen Geschichtserzählungen auftreten, als Produkte der Personifikation hinzustellen2), was auch schon indirekt hierher gehört, ist neuerdings vielfach auch noch ein direkt hierher gehöriges Streben, Partien der althebräischen Geschichtsbücher inhaltlich zu poetisieren, zutage getreten. Eine inhaltliche Poetisierung von Teilen der althebräischen Geschichtsbücher will neuerdings sich aber auf die folgende Weise geltend machen. Dies hat man auf mehreren Wegen, oder vielleicht wird besser gesagt, auf Umwegen und ungeraden Wegen versucht. A) Die Genesis eingeleitet, übersetzt und erklärt (1919), S. 31 f., 197f. Übrigens haben sich auch andere Gelehrte gegen die Eichtigkeit der von Sievers unternommenen formellen Poetisierung erklärt, wie z. B. Carl Budde in seiner Geschichte der althebr. Literatur (1906). S. 31 von dem ״beklagenswerten Irrgang einer vor keiner Aufgabe zurückschreckenden metrischen Kunst“ spricht und ebenso Cornill (Einleitung § 4 a) sich mit Entschiedenheit gegen ״eine Metrik“ ausspricht, ״die sich restlos auf den Mesastein und z. B. die ganze Genesis und ganz Samuel an wenden lasse“. 2) Diese Versuche behandelt mein Genesiskommentar, S. 93—95. 283. 315. 441. 591.