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Jeschurun · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 566

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 566 (sequence 68)
Language
German
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566 Die moderne Poetisierung des althebräischen Schrifttums. haben weiter keine Absicht, als die hintereinander kommenden Akte zum Ausdruck zu bringen. Folglich kann wenigstens aus dem für die althebräische Poesie grundlegenden Gesichtspunkte nicht davon die Rede sein, daß in der Schöpfungsdarstellung von 1. Mos. 1,1—2,3 ein ״Gedicht“ vorliege, wie Briggs ohne irgendwelche Beweisführung behauptet hat. Aber in der neueren Zeit ist auch aus ״metrischem“ Gesichtspunkt gemeint worden, daß Geschichtsbücher der Hebräer in den Bereich der Poesie aufzunehmen seien. Dies ist hauptsächlich von seiten des Germanisten Sievers (in Leipzig) behauptet worden, indem er zunächst das ganze erste Buch Mose als eine metrisch geformte Darstellung aufzeigen zu können meint1). Die ersten der von ihm hergestellten metrischen Zeilen lauten in Transkription und Bezeichnung der Hebungen so: I. 1Bereschith bara’ [Jv.] ’elohim ’eth ha־schamajim we’eth ha’äres, II. 2weha’äres hajethä töhu waböhu, wechöschekh £al-pene tehom, III. werüach merach(eh)epheth cal-pen6 hammäjim. 3wajjömer [Jv.] ,elohim: IV. jehi ,ör, wajehi Jör, 4wajjar [Jv.] ’elohim, V. ,eth ha-’ör, ki tob, wajjabdel [Jv.] ,elohim ben ha-?or üben ha־ehösehekh, VI. 5wajjiqrä/ [Jv.] *elohim la-’or jöm, wela-ehoschekh qära’ lajla. Wie nun ist Sievers zu dieser ״metrischen“ Auffassung der Schöpfungsdarstellung von 1. Mos. 1,1—2,3 gekommen? Darüber gibt er selbst in § 2 und 65 folgenden Aufschluß. Er habe sich ״einer Rechnung“ gegenüber befunden, ״die so lange nur durch geduldiges Hin- und -her-probieren und etwa den Einfall eines glücklichen Augenblicks gefördert werden konnte, bis aus dem Chaos der verschiedenen Tatsachen und Möglichkeiten gewisse feste Punkte so weit deutlich hervor- נ) Ed. Sievers, Studien zur hebräischen Metrik, Bd. II (1904).

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