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Jeschurun · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 561

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 561 (sequence 63)
Language
German
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Die moderne Poetisierung des althebräischen Schrifttums. 5 61 in V. 10 der Ausdruck ״ick habe dich beauftragt“ vorkommt. Der Gedanke jenes dritten Satzes von V. 5 konnte wegen seiner Bedeutsamkeit in Y. 10 noch einmal aufgenommen werden. Doch kann ich es an dieser Probe meiner Einwendungen gegen Giesebrecht genügen lassen *), um nun weiter vorzuführen, was noch ein anderer über diese Präge des jeremianischen Metrums zu sagen hat. Der Abschnitt 1,5—19 wird gegenüber Duhm, wie von Giesebrecht, so auch von Cornill zu den echten Stücken des Jeremiabuches gerechnet1 2). Welches aber ist Cornills Ansicht über die Form der jeremianischen Dichtungen? Er teilt seine Ansicht in folgenden Worten des zitierten Schriftchens (S. XIII) mit: ״Für Jeremia war Gleichheit der einzelnen Stichen nicht formelles Grundgesetz seiner Metrik, er hat vielmehr — modern geredet — in Knittelversen gedichtet“. Aber (S. IX) ״die metrischen Stücke seines Buches charakterisieren sich als solche durch den Strophenbau“: ״Das Oktastich, der achtzeilige Knittelvers, ist die metrische Grundform der jeremianischen Dichtung“. Aber bewährt sich diese Ansicht auch wirklich? Das erste Oktastich findet Cornill in folgenden acht Wortgruppen von Kap. 1: (14ba). Yon Norden her wird sich ergießen das Unheil (14 bß) über alle Bewohner des Landes. (15 aa). Denn siehe, ich rufe alle Geschlechter der Erde, (15ba) und kommen werden sie und aufstellen jeder seinen Thron (15b 3) am Eingang der Tore Jerusalems (15by) und gegen alle seine Mauern ringsum (13b8) und gegen alle Städte Judas. Nun soll nicht über die Zahl der Hebungen dieser acht Stichen gesprochen werden, denn bei ״Knittelversen“ ist sie mehr gleichgültig. Auch ihre Abgrenzung vor dem Objekte und vor dem Genetiv bei (15aa), wo also Enjambements3) vorausgesetzt 1) Eine weitere Ausführung darüber kann man in der Zeitschrift für die altte3tamentliche Wissenschaft (1918), S. 173ff finden. 2) Cornill, Die metrischen Stücke des Buches Jeremia (1901), ganz kurz wiederholt in seinem großen Kommentar zu Jeremia (1905), S. XLVI. 8) Über ״Enjambement“ vgl. meine ״Hebräische Rhythmik״, S. 37 f. Kurz gesagt findet sich ein Enjambement da, wo ein einfacher Satz

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