Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 558 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Isaiah 1× ep/1005097
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558 גמ© moderne Poetisierung des altkebräischen Schrifttums. von meinem Freunde, nämlich ein Lied meines Freundes von seinem Weinberge!5,1) ״). Auch sind die Äußerungen der Propheten nicht selten in den oft die Straßen durchhallenden Rhythmus der Leichenklage übergegangen: Am. 5,1 usw.; J63. 23,16: ״Nimm die Leier, durchzieh die Stadt — du vergessene Dirne!״, was auch eine Totenklage, nämlich über die Vernichtung einer moralischen Existenz, ist. Auch tragen manche Grund- Sentenzen der Propheten, sozusagen die göttlichen Themata ihrer göttlich-menschlichen Ausführungen, den Charakter des poetisch geformten Spruchs, wie die sieben Mascbals Bileams (4. Mos. 23, 7 usw.). Aber im übrigen sind die Darlegungen der Propheten vielmehr Reden zu nennen, wie ja auch der hebräische Ausdruck für Prophet einen ״Sprecher" bezeichnet1), und der Ausdruck ״Sänger״ dafür nicht vorkommt. Man kann dies gleich am ersten Kapitel des Buches Jesaja beobachten. Denn die göttliche Hauptsentenz, deren Jesaja sich bewußt wurde, die Worte des Herrn (1,2b 3 ab): ״Ich habe Kinder aufgezogen und sogar hochgestellt, Aber sie sind von mir abgefallen. Ein Rind kennt seinen Besitzer, Und ein Esel die Krippe seines Herrn: Israel hat ihn nicht erkannt, Mein Volk hat sichs nicht zum Bewußtsein gebracht״, besitzen Gedankenparallelismus und Symmetrie der Zeilen. Diese Sätze sind also, was auch ganz begreiflich ist, als hochwichtige und womöglich in das Volksgedächtnis einzuprägende in die sich einschmeichelnde Form des poetischen Rhythmus gekleidet. Aber im weiteren Verlaufe der Darlegung kommen auch solche Sätze vor, wie die folgenden: ״Wann ihr kommt, um vor mir zu erscheinen: Wer forderte dies von eurer Seite, meine Vorhöfe zu zertreten? Ihr sollt nicht fortfahren, Speisopfer der Unaufrichtigkeit zu bringen, (denn) Räucherwerk der Greuelhaftigkeit ist es mir usw.״ (V. 12ab 13a). Darin x) Eine Diskussion aUer neuesten Deutungen von nabi’ gibt meine ״Geschichte der alttestamentlichen Beligion kritisch dargestellt“ (1915), S. 140 f.