Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 554 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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554 moderne Poetisierung des althebräischen Schrifttums. lelirten die verschiedensten, die Halacha betreffenden Zeugnisse auf und ordnete sie. Nach wie vor beruhten die meisten Kontroversen auf Verschiedenheiten in der Bezeugung und der Erklärung der Tradition. Einzelne Entscheidungen und Bezeugungen wurden im Traktat Edujoth zusammengestellt, der alle ״an jenem denkwürdigen Tage‘‘ (בו ביום) sanktionierten Bezeugungen und Ent- Scheidungen enthält. Alle zweifelhaften Stellen aus der ganzen Mischna, die in dieser großen Session entschieden wurden, sind aus dem Zusammenhang ihrer Traktate herausgerissen und in Edujoth zusammengestellt. Sie sind sämtlich an dem Tage redigiert, an dem einerseits die unerbittliche Auseinander- Setzung zwischen Beth Schammai und Beth Hillel erfolgte und anderseits zum ersten Male seit der Entstehung der Urmischna eine große Session aller jüdischen Weisen die ganze Mischna durchging und alle Zweifel in ihr zu beseitigen suchte. Ein großes Werk war diese Entscheidung. (Fortsetzung folgt).!!!!i|!!!!!liil!iiill1!1i!l!i!!:!! Die moderne Poetisierung des althebräischen Schrifttums. Von Geheimrat Ed. König. Daß das althebräische Schrifttum auch poetische Bestandteile enthält, ist eine alte Wahrheit. Man wußte dies schon aus den Stellen, in denen vom Singen und von Liedern gesprochen ist, und die Reihe dieser Stellen geht von den Worten ״Damals — nach der Durchschreitung des Koten Meeres -- sangen Mose und die Kinder Israels dieses Lied“ (2. Mos. 15,1) bis zu den Worten ״Und die Sänger sangen laut“, nämlich zum Dank für die Vollendung der Stadtmauer (Neh. 12, 42). Wo aber von Gesang und Lied die Rede ist, da gibt es auch Poesie. Ebendieselbe alte Wahrheit tönt uns