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Jeschurun · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 553

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 553 (sequence 55)
Language
German
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Die Mischna. 553 rationen: in seiner Jugend blühten die großen Schüler Rabban Jochanans, in seiner späteren Zeit war Rabbi Akiba die Autorität. Unter seiner Regierung/traten alle Gelehrten Israels zu einer außergewöhnlichen Session von 85״ Altesten“ zusammen, der Gegensatz zwischen Beth Schammai und Beth Hillel sollte endlich ausgetragen werden, und dadurch kam es auch im Senat zu mancherlei Spaltungen. ״Dreieinhalb Jahre“ dauerten diese Diskussionen, denn jede Partei behauptete die richtige Meinung zu vertreten. Infolge der langen Dauer und großen Bedeutung spitzte sich der Gegensatz immer mehr zu, ״bis ein Bath-Kol in Jabne ertönte: beides sind Worte des lebendigen Gottes, doch entscheiden soll man nach Beth Hillel, sind sie doch die Ruhigen, Demütigen“ 1). So endete der alte Gegensatz mit dem Siege Beth Hillels und seines Systems. Die Mischna Beth Hillels war nun die offizielle Mischna des Lehrhauses für die mündliche Wiederholung der Schüler und den Vortrag, und Beth Schammais Mischna trat in den Hintergrund. Die Entwicklung mußte diesen Verlauf nehmen, nachdem die Mehrzahl der Autoritäten im Lehrhaus aus Hillels Schule hervorgegangen war, und die Lehren der Hillelschen Schule so immer mehr festen Fuß faßten. In einzelnen Halachoth machte die Hillel sche Schule der Schammaischen Kon- Zessionen2 3) und schloß sich ihrer Ansicht an, doch war das die Ausnahme. Trotzdem zitierte man auch die Ansicht Schammais, soweit sie von der Hillels ab wich, ja, man stellte sie ihr sogar voran. Schammai und Hillel selbst führte man als Beispiele dafür an, ״daß der Mensch nicht eigensinnig auf seiner Meinung beharren solle, denn auch die Altvordern beharrten nicht auf der ihren“s). Nach der Beendigung des Zwistes zwischen Beth Schammai und Beth Hillel ging man auch zur Entscheidung der übrigen Streitfragen über, damit keine Halacha ungeklärt bliebe. Man nahm von allen möglichen Ge- *) Erubin 13b. 2) J’bamoth XV 3. 3j Edujoth I 4.

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