Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 540 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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54° Die Mischna. entsprechend der Mitgliederzahl des hohen Gerichtshofs in der Quaderhalle. Möglicherweise traten zu großen Beratungen 85 Mitglieder zusammen, jedoch war der Senat nicht immer vollzählig. Im ״Weinberg zu Jabne“, wie man das Kollegium nannte, saß man in sieben Reihen hintereinander, mit dem Antlitz dem Vorsitzenden Nassi zugewandt; nicht im Halbkreis wie im Synhedrion. Anscheinend genossen die Gelehrten der vordersten Reihe schon damals ein höheres Ansehen als die übrigen Mitglieder. Die Entscheidung des Senats zu Jabne galt in ganz Israel soviel wie die Entscheidung des hohen Gerichtshofs, und seine Autorität war die eines ordentlichen Gerichts. In den Senat traten die ordinierten Gelehrten ein. In geregelten Zeitläuften übte der Nassi die Ordination aus, indem er dem Ordinandus die Hand aufs Haupt legte, mit den Worten: ״Er darf rechtskräftig entscheiden, richten und Erstgeborene freigeben“ 1). Im Notfall konnte jeder Ordinierte ordinieren, und besonderer Wert wurde darauf gelegt, daß die Ordination in Israel nicht unterbrochen wurde. In Yerfolgungszeiten verhängte die feindliche Regierung schwere Strafen auf die Ordination, und die Gelehrten gaben ihrethalben ihr Leben hin. Die Mitglieder des Kollegiums hießen ursprünglich ״ Ältestetf, (זקן vgl. Hillel ha-Saken, Schammai ha־Saken und den Ausdruck כבר חורך. זקן). Später hießen sie ״Weisen“, Chachamim, ihre Anrede lautete Rabbi, vor der Ordination hießen sie ״Schüler“ (תלמיד), auch wenn sie auf dem Gebiet der Thora bereits Bedeutung besaßen (z. B. erhielten Ben Asai und Ben Soma nie den Rabbititel). Später pflegten alle Gelehrten ״Gelehrten-Schüler“ zu heißen (Thalmide-Chachamim), die nichtordinierten Schüler hießen dann ״Chawerim“, Kollegen. Das Oberhaupt hieß im Senat und überhaupt zu seinen Lebzeiten Rabbi ohne Hinzufügung des Eigennamens. Nach seinem Tode nannte man den neuen Nassi Rabbi und den toten ״Rabban X, unser Lehrer X, ב) Ssanhedrin 5 a.