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Jeschurun · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 524

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 524 (sequence 26)
Language
German
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524 Die Mischna. ־Gestalt wie bei uns. Es ist dies die überkommene Auffassung und die überlieferte Erklärung, die das Volk und die Rechtsgelehrten auf die schriftlich fixierten Gesetze an wenden; und die Richter aller Zeiten pflegen bei ihren Entscheidungen sich nach den Rechtssprüchen zu richten, die vor ihrer Zeit in den Gerichten gefällt sind. Diese Tradition heißt die konstante Praxis der Gerichte, und nach dieser Praxis wird jede Rechtssache in der ganzen Welt entschieden. In Israel gab es viele solcher überkommenen Erklärungen und viele Traditionen von Entscheidungen der obersten Richter aller Generationen in praktischen Fällen, und eine Generation übernahm von der anderen die Erklärung des Wortlauts der Thora. Vor die Richter kamen stets neue Ereignisse und neue Fälle, und stets mußte man entscheiden, wie gerade im gegebenen Fall die Rechtslage war. Nicht jeder Fall war aber in der Schrift nach seiner Eigenart klar ausgesprochen, und so mußte man stets aufs neue die Entscheidung treffen und sie später wieder zur allgemeinen Regel erheben; selbstverständlich handelte man so zu allen Zeiten in Israel und auch in den Zeiten der Ssof7rim. Unter den überlieferten Sitten und Bräuchen stammen manche aus der Urzeit und werden schon in den Vätergeschichten der Genesis erwähnt (z. B. die siebentägige Trauer und die sieben Hochzeitstage). Die Thora hat für sie keine Vorschriften aufgestellt. Die ältesten Weisen aber, die das Alter dieser schönen Bräuche kannten, erhielten sie aufrecht und gaben ihnen Verpflichtungskraft ״als Ver- Ordnungen der Ssoftrim“ 1). Auch Beschränkungen gab es, die schon in den älteren Generationen, zur Zeit des ersten Tempels, bestanden hatten. Sie wurden vermehrt durch die Generationen der Ssofrim, die ״Männer der großen Synode2 ״). die sich nach der Rückkehr aus dem Exil gezwungen sahen, ״einen Zaun um die Thora zu errichten3״). לדברי סרפדים (נ:. 3) אנשי כנסת דלגדולדל Aboth I 1 u. 0. יבעזר סיג לתורד־ל ף ebenda.

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