Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 523 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Di© Mischna. 523 Saburäer, eine lange Kette der Geistesgrößen, der Schöpfer der talmudischen Literatur in ihrem ganzen Umfang; jede Generation hinterließ der folgenden, was sie von der vorangehenden geerbt hatte, und die folgende gab es getreu weiter. Die geistige Kontinuität wurde in der ganzen langen Periode nicht unterbrochen, es gab während dieser Zeit keine plötzliche erkennbare Scheidung und Unterbrechung in der Lehrart ihrer Weisen. Die Ssof'rim lehrten das Volk die Thora, sie wiesen ihm seinen Lebensweg und kündeten ihm den ״guten Weg“, den der Mensch nach der Thora wählen solle, sie kündeten ihm den Weg der Weisheit. Zur Zeit des ersten Tempels beschäftigten sich die ״Weisen“ intensiv mit der ״Weisheit“, nämlich der Lebensweisheit und Lebensmoral und den guten Sitten auf allen Lebensgebieten; es gab ein besonderes Gebiet, ״Worte und Sinnsprüche der Weisen“ *), in dem sie ihre Jünger unterwiesen. Dieses Gebiet war sehr alt und hatte mancherlei Wandlung erfahren. Auch die Ssof'rim gaben sich mit ihm ab, sie nannten es דרך ארץ. Die Ssof?rim standen für alle öffentlichen Angelegenheiten an der Spitze des Volkes, sie richteten in jeder Art von bürgerlichen Eechtsstreitigkeiten. Bei ihnen holte das Volk sich Belehrung, wenn ihm etwas unklar war. Ihr ganzes Leben weihten sie der Erforschung der Thora. # Des Schriftgelehrten Lebensaufgabe war die Schrift, die Vertiefung in der Thora und der Unterricht Israels in ihr. Ich will mich nicht hierin verbreiten, es genügt vielmehr, darauf hinzuweisen, daß sie nicht die bloße Schrift empfingen und ihren Schülern Weitergaben, sondern schriftliche mit mündlicher Lehre, überkommene Erklärungen zu den Worten der Thora, überlieferte Sitten, Traditionen von Kichtersprüchen aus vergangenen Geschlechtern und alte Verordnungen (תקנות). Bei allen Völkern entspricht einer schriftlichen Lehre eine mündliche, wenn auch nicht überall in so ausgeprägter דברי חכבלים וחידותם (נ Prov. I 6.