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Jeschurun · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 511

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 511 (sequence 13)
Language
German
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Erziehungsfragen. SU Werbekraft der Organisation werden gerade geistig nur minimale Forderungen erhoben. Wird etwa mit demselben Pathos Vertiefung verlangt wie Beiträge oder die gute Gesinnung? Erst dann können wir uns mit der Politisierung aussöhnen und insbesondere für die Jugend darin eine weniger ablenkende Bewegung erblicken, wenn die Organisationen — nicht die Aufnahme — aber das Verbleiben ihrer Mitglieder von einem gewissen Maß von Kenntnissen abhängig machen (mindestens sollte geistige Inferiorität und Indolenz auf die Dauer zu irgendeiner Ehrenstellung unbrauchbar machen), wenn sie die Väter verpflichten, die Kinder nach einem ganz bestimmten jüdischen Plan zu erziehen, und wenn sie endlich die Wege weisen, wie man die Umstellung von den gegenwärtigen traurigen zu besseren jüdischen Bildungsmöglichkeiten schnell und sicher herstellt. Freilich ist dann die politische Phase bereits durch eine kulturelle ersetzt. Auch die seelisch-geistige Gesundheit des Volkes habe ich im Auge, wenn ich vor der übertriebenen Politisierung warne. Wir wollen doch weder jetzt bei den Vorbereitungen zur Eückkehr nach Erez Jisroel noch später in unserem Land eine untätige, streitende Masse sein nach Art jener Volksszenen aus ״Julius Cäsar״ und ״Egmont“, die künstlerisch im Drama gewiß sehr wirkungsvoll, aber im Leben der Völker verderblich sind. Ein Volk lebt und steigt empor durch ernstes produktives Schaffen in den verschiedensten Berufen und das Bemühen aller seiner Glieder, durch Vertiefung in geistige Dinge jene Abrundung der Persönlichkeit zu erstreben, durch die Schneider, Schuster, Arzt und Kaufmann zum Menschen in dem umfassenden liebenswerten Sinn des Wortes heranreifen. Bei uns aber maß dieses Menschentum durch Vervollkommnung des Jüdischen in jedem einzelnen erzielt werden. Uns kann weder damit gedient sein, wenn alle Juden — etwa wie die Polen — einig sind in einem krankhaften Chauvinismus, sonst aber Müßiggang pflegen und durch ihre Tatenlosigkeit die Leere ihres völkischen Lebens erweisen, noch wenn wir in übermäßigem Hader um die Grundlagen

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