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Jeschurun · 1919-11-01 · Heft 11-12 (November 1919) · p. Seite 506

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 11-12 (November 1919)
Date
1919-11-01
Page
Seite 506 (sequence 8)
Language
German
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506 Erzielmngsfragen. Atmosphäre des Landlebens eine Unmöglichkeit. Aber einen Teil der Entartungen können auch wir beseitigen, und da erblicke ich allerdings in der Rückkehr aus dem Cafe und dem Vereinslokal in das Eltern- und Lehrhaus eine wesentliche Remedur. Der Jugend gegenüber soll die Agitation der Organisationen erheblich zurücktreten. Wir fordern ein ernstes Opfer von ihnen: sie sollen alles, was fehlt, schaffen und dann nicht mit Stolz sprechen: das ist unser Werk. Sondern bescheiden zurücktreten und sich damit begnügen, daß ein Geschlecht nun aufwächst, das wieder die Rückkehr zum Judentum vollzieht. Dies Werk der Entsagung darf man aber um so eher fordern, als wir doch alle nur um des Zieles willen schaffen, nicht aber, um uns durch die Arbeit einen Namen zu machen. Es sollen Schulen gegründet werden von den Verbänden; aber der Lehrplan soll nur dem Inhalt der jüdischen Lehre gelten und schweigen von manchem Kampf und Sieg der Gegenwart. Wie groß wäre es, wenn die Agudas Jisroel als das Ideal nicht ihren Bund, sondern die Thora und das ihr ergebene Volk verkündete, wenn die zionistische Organisation nicht Zionismus als Ziel, sondern Zion lehrte! Wieviel weiter wären wir, wenn die Erkenntnis allgemeiner würde, die ich im Osten aus jungem klugen Mund hörte: ich kann nicht der zionistischen Organisation angehören, obgleich ich fast das ganze Programm billige, weil Zionismus eine Einschränkung ist. (Dasselbe gilt auch sinngemäß für andere Verbände.) Wir wären in doppelter Hinsicht weiter: Wir würden unser Streben vertiefen und. nicht an der Schwelle stehen bleiben und sodann die unnötige Schärfe des Gegensatzes gegenüber anderen Gruppen nicht so übermächtig werden lassen. Demi es ist kein Zweifel: heute schöpft der Gegensatz der großen Verbände seine Nahrung immer weniger aus den inhaltlichen Differenzen, die tatsächlich nicht ohne weiteres zu überbrücken sind, als vielmehr aus der Konsolidierung der Organisationenc Die Richtung, nach der heute die Entwicklung geht, ist unnatürlich. Mehr und mehr entfremdet sie die Jugend dem

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