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Jeschurun · 1919-09-01 · Heft 9-10 (September 1919) · p. Seite 479

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 9-10 (September 1919)
Date
1919-09-01
Page
Seite 479 (sequence 53)
Language
German
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Gedanken zu Alfred Lemms: Der Weg der Deutschiuden. 479 Schulchan-Aruch auch Markus, S. 191 u. a. a. 0.) Vier Unterschiede lassen sich in bezug auf praktische Beobachtung der Halacha zwischen Chassidim und Misnagdim feststellen: 1. Die Chassidim haben eine andere Gebetsordnung (Palästinensischer Eitus, stark kabbalistisch, Nusach Ari, Beiname des E. Isaak Luria, s. hierüber die schöne Studie von Horodetzky, Mystisch־Eeligiöse Strömungen im Judentum usw., Leipzig 1914), 2. sie beobachten nicht die Morgenstunden zum Gebete, 3. sie haben einige besondere Bestimmungen in der Art der Schlachtung des Viehs, 4. sie kleiden sich in Weiß am Sabbat. (Uber weitere einzelne unwesentliche praktische Unterschiede s. z. B. Markus, 1. e., so über קדוש הלבנה bis zum 17. Tage des Monats, S. 286 u. a. a. 0. Überhaupt sei hier -auf das zwar unsystematische und unübersichtliche, doch als Fundgrube für diesen Gegenstand unausschöpfliche und überall fesselnde Werk von Markus verwiesen.) Und nun sehe man, was Buber und seine Jünger in Schrift und Tat aus dem Chassidismus machen: Da wird uns ein Blumenstrauß von Ideen der All-Liebe, Barmherzigkeit, Exstase, Selbstverleugnung, Heiligung, desVerzeihens usw. als Quintessenz des Chassidismus aufgetischt, es wird drauf los sublimiert und abstrahiert, nirgends ein bestimmtes Wort von positiver Gesetzesixeue, nirgends ein eindeutiges festes Eintreten für altüberlieferte Formen jüdischer Gläubigkeit. Vor Geist und Durchgeistigung und Asthetisierung und Weltentrücktheit verdorrt der Körper unsres Judentums. Ja noch mehr, alle diese schönen Gleichnisse und Geschichten und Legenden der Buberschen Überlieferung triefen nur so von Gesetzestreue, sie zeigen häufig den Zaddik bei der minutiösen Beobachtung irgend einer .מצוד, allerdings häufig in einer tendenziösen Beleuchtung, daß es auf den Geist, nicht auf die mechanische Übung des Gesetzes ankommt. Aber diese Helden Buberscher Legendend Erstellung halten ‘doch die Gebote, sie begnügen sich doch nicht mit abstrakten Schemata und schöngeistiger Himmelsspeise. So erzählt Buber in einer Legende (in den Geschichten des Eabbi Nachmann), wie der Held den Qualen der Hölle, in die ihn der Teufel locken 33*

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