Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1919)
- Date
- 1919-09-01
- Page
- Seite 461 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Malbim 1× ep/1002711
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Über d. Zusammenhang zwischen schriftlicher u. mündlicher Lehre. 46! klärung zum 3. Buch hervor, die sich au den halachischen Midrasch ספרא דבי רב oder תורת כהנים anschließt. Den Anlaß zur Abfassung dieses großangelegten Werkes gab, wie er selbst im Vorwort hervorhebt, die Braunschweiger Rabbiner- Versammlung des Jahres 1844. Die Art, wie man dort die mündliche Lehre herabwürdigte, wie man den Talmudweisen Unkenntnis des einfachen Wortsinnes und der Sprachregeln vorwarf, ließ in ihm den Entschluß heranreifen, die Berechtigung der mündlichen Lehre und ihre Verankerung in der schriftlichen wissenschaftlich zu beweisen. In dem Kommentar zu תורת כהגים wird nun an den einzelnen Deutungen gezeigt, daß hier keinerlei Willkür herrscht, daß vielmehr alle Auslegungen tief begründet und überall in derselben Weise durchgeführt sind, daß also die Methode unserer Weisen auf einem einheitlichen, festgefügten System beruht. Mit genialem Blick versteht es Malbim die verborgenen Ideen ans Licht zu ziehen, mit bewundernswertem Scharfsinn ergründet er den logischen und sprachlichen Ausgangspunkt der paradoxesten Deutungen, und mit einer erstaunliehen Belesenheit weiß er für jede seiner Behauptungen eine Fülle von Beweisstellen anzuführen. In der Einleitungsschrift, die er אילת השחר betitelt, gibt er eine zusammenfassende Dar- Stellung der Regeln und Prinzipien, die er bei seinen Forschungen gefunden hat. Im folgenden sollen einige Proben aus dem Kommentar התורה והמצוה vorgeführt werden, die einen Begriff von der Forschungsweise Malbims geben und zu weiterer Beschäftigung mit seinen Schriften anregen sollen. I. Zu Levit. 1,3 heißt es im :תורת כהגים יקריב אוחו מלמד שכופין אותו יכול על ברחו ת״ל לרצונו כיצד כופין ״ .אותו עד שיאמר רוצה אניEr bringe es dar“, das lehrt, daß man ihn zwingt, das versprochene Opfer darzubringen. Man köpnte danach, glauben, daß er es auch gegen seinen Willen bringen müsse, deshalb heißt es ״mit seinem Willen״; wie ist dieser Widerspruch zu verstehen? Man zwingt ihn, bis er sagt: ״Ich bin einverstanden“. 32