Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1919)
- Date
- 1919-09-01
- Page
- Seite 459 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Über d. Zusammenhang zwischen schriftlicher n. mündlicher Lehre. 459 von May und Levy leisten, deren erstes und zweites Heft, kurz vor dem Kriege erschienen, eine Auswahl aus Moses Mendelssohns und Gabriel Biessers Schriften vorlegt. Aber namentlich das letztgenannte Unternehmen bedarf unbedingt der Weiterführung; vielleicht schenkt uns auch einmal ein Hochschullehrer der Religionsphilosophie ein Büchlein über ״Jüdische Denker“, wissenschaftlich begründet natürlich, aber ohne gelehrten Ballast — damit in Schule und Verein eine Geschichtsbetrachtung Platz greife, die aus der Empfindung der gegenwärtigen Not die Vergangenheit verstehen lehrt und die ungeheuren Kraftquellen, die Israels Geschichte erzeugt hat, wirken läßt zur Erfüllung der Aufgaben der Gegenwart. (Fortsetzung folgt). i!ill!I!llllllllll!II!l!llllilil!ll Über den Zusammenhang zwischen schriftlicher und mündlicher Lehre. (Proben aus Malbims התורה והמצוה). Von Dr. Isak Unna, Rabbiner in Mannheim. Eine der wichtigsten Grundlagen des biblisch-talmudischen Judentums ist der Zusammenhang zwischen der schriftlichen lind mündlichen Lehre. Die מדות, die Regeln, nach denen das mündliche aus dem schriftlichen Gesetz abgeleitet wird, sind vom Sinai überliefert, und nicht umsonst ist die ברייתא דרבי ישמעאל, in der diese Regeln aufgezählt sind, in unsere Gebet- Ordnung aufgenommen worden. Die Einheit von schriftlicher und mündlicher Lehre ist die Säule, auf welcher das rabbinische Judentum ruht, mit der es steht und fällt. So ist denn auch der Kampf gegen das mündliche Gesetz und gegen seine GleichT Stellung mit dem schriftlichen ein uralter, der sich in verschiedener Form in den verschiedensten Geschichtsepochen wiederholt hat. Zuerst waren es die Sadduzäer, welche die Verbindlichkeit der mündlichen Lehre leugneten; später vertraten