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Jeschurun · 1919-09-01 · Heft 9-10 (September 1919) · p. Seite 455

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 9-10 (September 1919)
Date
1919-09-01
Page
Seite 455 (sequence 29)
Language
German
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Aus dem Leben der Schule. 455 Reihe der geschichtlichen Darstellungen mitten inne — daran soll unserer Jugend kein Zweifel bleiben, daß der Kampf gegen die Gefahr innerer Zersetzung, also um die Erhaltung der Eigenart und der Eigenwerte des Judentums, der ungleich schwierigere ist. Und auch das soll sie einsehen, daß die Abwehr der antisemitischen Vorwürfe sehr leicht zu der Versuchung führt, die der allgemeinen Kultur verwandten Elemente des Judentums in den Vordergrund zu rücken und als die wesentlichen hinzustellen — auf Kosten der eigentümlichen, die dem Außenstehenden naturgemäß nicht voll verständlich und daher dem Verteidiger leicht unbequem sein werden* Systematische und geschichtliche Betrachtung können und sollen sich zur Veranschaulichung dieser wichtigen Gedankengänge ergänzen. Die Gefahr, die sich gerade in den vom Antisemitismus verhältnismäßig freien Ländern durch Taufe und Mischehe ergeben hat, ist leider sehr leicht aufzuzeigen. Und soweit es sich hier um die Oberflächlichkeit derer handelt, die, durch die glänzenderen Erscheinungsformen nichtjüdischer Sitte ver־ führt, die ewigen, schlichten Werte des Judentums aufgeben, um ״ins allgemeine zu tauchen und mit dem großen Strom des Lebens zu gehen“ — insoweit genügt es beinahe, die Ahnen dieser Form der Assimilation zu bezeichnen: Isebel, der die Kultur ihres phönizischen Volkes, das die herrlichen Purpurkleider trug und der Sterne Bahnen kannte, ungleich glänzender vorkam als die des Bauern- und Hirtenvolkes, auf dessen armen Thron sie hinabgestiegen war — und die dann natürlich Glauben fand, wenn sie als Überzeugung der wahren Kulturträger versicherte, die Gottheit (wir wagen kaum es niederzuschreiben) sähe aus wie ein Kalb und fordere von Zeit zu Zeit so etwas wie Kinderopfer: wie wenige Elianaturen gab (und gibt) es, die gegen den ״eitlen Glanz und Flittertand״ der augenblicklich herrschenden ״Kultur“ die echte Perle jüdischer Werte zu verteidigen wußten1)! Müssen wir überdies *) Comill schreibt in seinen Vorlesungen über den israelitischen Prophetismus (S. 31 der ersten Auflage): Es ist jener Schritt Ahabs (die Errichtung eines Baaltempels) völlig dem analog, wenn in Wiesbaden

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