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Jeschurun · 1919-09-01 · Heft 9-10 (September 1919) · p. Seite 453

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 9-10 (September 1919)
Date
1919-09-01
Page
Seite 453 (sequence 27)
Language
German
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Aus dem Leben der Schule. 453 berechtigter Kern: erstens ist allerdings die genaue Kenntnis ♦der gegenwärtigen Lage und ihrer geschichtlichen Voraus״ Setzungen erheblich wichtiger als alles Wissen über vergangene Jahrhunderte; und zweitens lassen sich aus der — demLernenden nahestehenden und den eigenen Tatendrang des reifenden Menschen weckenden — Gegenwart weit leichter die in früherer Zeit wirksamen Triebkräfte beurteilen als umgekehrt die des eigenen Geschlechts aus der Vergangenheit. Beide Gesichtspunkte ließen sich, glaube ich, auf der obersten Stufe höherer Lehranstalten sehr wohl zur Belebung des — nicht immer leichten — jüdischen Geschichtsunterrichts verwerten.;Wir sollten von der Gegenwart ausgehen. Doppelt ist die Gefahr, die wir zu bekämpfen haben. Der Antisemitismus bedroht sozusagen unsere physische Existenz — die nichtjüdische Kultur der Umwelt unsere geistige. Jener strebt, uns mit äußerer Gewalt zu vernichten oder doch zu schädigen — diese, unsere Eigenart zu zersetzen. Und jenen Doppelkampf führt das Judentum nicht erst seit heute und gestern: ״in jedem Geschlecht standen sie gegen uns auf, uns zu vernichten“, in dieser wie in jener Form. Wollen wir, unserer Väter wert, im Kampfe bestehen, so müssen wir den Gegner wie die Veranstaltungen der Freunde kennen, aber auch wissen, wie und mit welchem Erfolge unsere Vorgänger gekämpft; iaben. Zunächst den Kampf nach außen. Wir betrachten die gegenwärtige Lage der Judenheit in den wichtigsten Ländern, reden von den Erscheinungsformen des Antisemitismus, seinen konfessionellen, nationalistischen und sozialen Wurzeln, stets im Hinblick auf die Frage, was Juden zu seiner Bekämpfung und — zu seiner Stärkung getan haben und wie sie etwa ihm und seinen Ursachen werden begegnen können. Zur Vertiefung dieser Betrachtung dient der Rückblick auf die Kämpfe der Vergangenheit. Glaubt nur nicht, sagen wir unseren Jünglingen, mit der Errichtung eines jüdischen Zentrums in Palästina werde

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