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Jeschurun · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. Seite 407

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 407 (sequence 85)
Language
German
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Die legitime und die sogenannte ״Volksreligion״ Israels. 407 Gottes an Israel gegeben haben kann. Weil diese Frage aber nicht verneint werden kann, muß es bei dem von mir geltend gemachten Grundsatz bleiben, daß zur sogenannten Volksreligion Israels nur die Vorstellungen und Betätigungen auf dem religiös-sittlichen Gebiete gerechnet werden dürfen, welche in allen Teilen der kanonischen Literatur Israels verworfen sind. Trotzdem ist die Untersuchung über die Berechtigung der die sogenannte Volksreligion Israels betreffenden neueren Behauptungen hiermit noch nicht abgeschlossen. Vielmehr ist bei jedem Bestandteil, der neuerdings zu ihr gerechnet wird, erstens noch zu untersuchen, ob er auch wirklich in den betreffenden Stellen liegt. Zweitens ist bei jedem angeblichen Moment dieser sogenannten Volksreligion Israels zu prüfen, ob er auf einem solchen niedrigen religiös-sittlichen oder überhaupt geistigen Niveau liegt, wie es ihm zunächst im Kittelsehen Obergutachten angewiesen worden ist, und ob das betreffende Moment etwa deshalb zu einer ״Volksreligion“ gerechnet werden dürfte. Treten wir also an diese Prüfung hinan! In erster Linie gehört aber nach Kittel zur frühisraelitischen Volksreligion die Auffassung JHWffs als ״Landes- und Volksgott, Nationalgott Israels, der als solcher nach dem Grundsatz ״Cuius regio, eius religio“ seine Macht mit den Göttern der Nachbarn draußen teile“ (S. 31). Können wir den Vertreter dieser neuen Aufstellung weiter reden lassen, ohne sofort die Richtigkeit seiner Behauptung zu untersuchen? Nein. Wir müssen gleich seinen ersten Satz beurteilen. Er beruft sich aber zunächst auf die Erzählung vom Richter Jephtah, wo gesagt wird, daß die Ammoniter dasjenige Gebiet besäßen, was ihr Gott ״Kemösch sie besitzen lasse“ (Rieht. 11,24). Nun, in diesen Worten ist allerdings das Dasein anderer göttlicher Mächte außer dem Ewigen anerkannt, wie dies ja auch z. B. in der dankbar-frohen Frage ״Wer ist dir gleich, o Ewiger, unter den Göttern?“ (2. Mos. 15,11) liegt. Aber Kittel hat in jener Erzählung von Jephtah doch, wie es neuerdings gewohnlich geschieht, V. 27 nicht beachtet. Da aber steht: ״Es 28*

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