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Jeschurun · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. Seite 401

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 401 (sequence 79)
Language
German
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Di© Einheit des Judentums. 401 Form des jüdischen Daseins erklärt. Wir werden diese Auffassung, sofern sie nicht überhaupt nur als Hülfshypothese gebraucht wird, sofort in ihrer Anwendung als den Versuch eines und zwar recht haltlosen Kompromisses erkennen, der letzten Endes nichts tut, als eine ״Ideelle Forderung“ (nämlich die der Teilnahme aller am jüdischen Leben) mit Gefühlsmomenten (und zwar solchen des Gedenkens) belastet. Prinzipiell geht natürlich aus der Tatsache einer gemeinsamen Vergangenheit allein nicht auch die unbedingte und zwingende Not- Wendigkeit für die Fortsetzung der Reihe in die Zukunft hervor, da wir das Kausalgesetz doch nicht gut unbedingt auf das menschliche Leben an wenden können. III. Man wird daher den Versuch unternehmen müssen, auch für die Gegenwart noch die Tatsache des gemeinsamen geschichtlichen Erlebens nachzuweisen, um aus ihm die Einheit des jüdischen Volkes abzuleiten. Da dies als bewußt erfolgend nicht gut von denjenigen Gliedern des jüdischen Volkes behauptet werden kann, die e contrario bewußt kurzerhand die Anteilnahme an dem jüdischen Leben und ihrem Bedürfen ablehnen, so begibt man sich auf ein Gebiet, auf dem die Unsicherheit und Unklarheit der Objekte erhoffen läßt, daß sie der mangelnden Festigkeit der Hypothese kaschierend zu Hülfe kommen. In die Welt der Gefühle. In ihr leben die ״Einheit der Liebe“ und die ״Einheit des Hasses“. Ganz abgesehen davon, daß wir Gefühlsmomente als die Einheit des Judentums anzusehen von vornherein abgelehnt haben und ihnen billigerweise keinen anderen Platz einräumen konnten, als Symptome einer wirklichen Einheit zu sein, wird man wohl die Einheit der Liebe als ein grade bei uns Juden, Gott seis geklagt, recht kärglich gedeihendes Pflänzlein erkennen müssen, — auch wenn man den Begriff der Liebe sehr umfassend gelten läßt —, wenigstens soweit diese Liebe unter gewöhnlichen Verhältnissen zum Ausdruck kommt.

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