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Jeschurun · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. Seite 389

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 389 (sequence 67)
Language
German
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Gesetz und Freiheit. 3S9 an Gast-, Schank- und Speisewirtschaften, sowie Mittagstische41, * deren erster Absatz lautet: ״Der Schleichhandel mit Fleisch hat in letzter Zeit einen solchen Umfang angenommen, daß das Vieh, welches zur Aufrechterhaltung der jetzigen, schon gekürzten Fleischwochenmenge gebraucht wird, nicht mehr aufgebracht werden kann, und die Säuglinge und Kinder durch das heimliche Schlachten zahlreicher Milchkühe vielfach ohne Milch sind.“ Ein Bericht über die Milchversorgung der Stadt Altona (vom 28. Februar 1919) klagt, daß ״Landwirte, die 15 und 16 Kühe besitzen, in 4 Tagen sage und schreibe 2 Liter Milch abliefern44, daß ״die Fälle sich häufen, in denen Wirtschäften mit 10 Kühen für die allgemeine Versorgung nicht einen einzigen Tropfen Milch abgeben44. Dann folgen ״aus der Fülle eines wenig erfreulichen Materials aufs Geratewohl einige Zahlen: ein Bauer liefert 5 Liter statt der ihm auferlegten 120, ein anderer 20 statt 300, ein dritter, der 80 Liier abgeben müßte, überhaupt nichts! Unter solchen Umständen ist es kein Wunder, wenn gegenüber der jährlich gelieferten Durchschnittsmenge in den letzten Wochen ein Rückgang von 140 °/0 za verzeichnen war.44 (Ich halte mich nicht für berechtigt, diesen jedenfalls auf die verkehrte Seite bezogenen Prozentsatz zu ändern.) Diese Erscheinung, die sich aus den Wucherpreisen erklärt, die der Bauer im Schleichhandel für Butter erhält, ist im ganzen Reiche dieselbe1). Mit jedem Pfund Butter, das er auf diese Weise verkauft, und das er aus dem Pflichtquautum Milch gewonnen hat, das er abliefern sollte, entzieht er 17 Säuglingen ihre tägliche Nahrung. Kein Wunder, daß unter diesen Umständen die Säuglingssterblichkeit rapide zunimmt. Es gibt wohl kaum ein besseres Beispiel, um zu zeigen, *) Jetzt, wo so oft versucht wird, im Zusammenhang mit Kriegsgewinnen, gerade den Juden etwas am Zeuge zu flicken, ist es angebracht festzunageln, daß auf keinem Gebiet in solchem Umfange und solcher Höhe verbotene und unverschämte Gewinne gemacht worden sind, als auf dem der Lebensmittelproduktion und des Schleichhandels mit ihnen, an denen fast keine Juden beteiligt sind — trotz ihrer starken Beteiligung am Handel überhaupt. \ 27

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