Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. Seite 385

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 385 (sequence 63)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2292929-2292989-2292993--03681-2296960
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Salomon Kadern Kaddisch, der erste kurbrandenburg. Landrabbiner. 385 mehr als bisher, da nur seine Bestallungsurkunde von 1672 als einzige Quelle über ihn bekannt war. Noch ein Wort über seinen Namen1). Die meisten Urkünden nennen ihn Cain2), das Reskript vom 19. Dezember 1673 Gain Kaddisch3}. Weitere Aufklärung bietet eine Eingabe, des späteren kurmärkischen Landrabbiners Simon Berend4) aus dem Jahre 1687, wo unser Rabbi Salomon Cain genannt wird. Es ergibt sich somit der Name Salomon Cain Kaddisch. Der Beiname Cain bedarf jedoch noch einer Korrektur. Es ist völlig ausgeschlossen, daß je ein Vater seinem neugeborenen Sohne den Namen des Brudermörders gegeben hat. Etwas näher dem wahren Namen führt uns die Schreibung des Akkusatives Cayen in der Eingabe der österreichischen Juden vom Jahre 1672, wenn wir y=jj, also Cajjen5) lesen. Volle Klarheit über den rätselhaften Namen erhalten wir jedoch erst aus einem Berliner Zeugenprotokoll6) vom 2. Kislew 5447 (18. November 1686) durch die Unterschrift7) eines der Mitglieder des Kollegiums: Joseph, Sohn des verstorbenen Rabbiners Kajjem8) Kaddisch. Damit hätten wir den Namen Kajjem statt Cain oder Cajjen gefunden und den vollen richtigen Namen unseres Landsberger Rabbi: Salomon Kajjem Kaddisch. נ) Geiger II, 7 und Landshuth, Toledoth Ansche ha־Schem S. 1 vermuten Ohajjim. 2) Im Reskript vom 1. März 1681 (Konfirmation für Benjamin Wolff Liebmann): Kain. 3) In der Eingabe Jost Liebmanns für seinen Bruder Benj. W. Liebmann (nach 1685): Kain Kaddisch. 4) Gesuch um Konfirmation 1687 vor Aug. 23. 6) Vgl. in der hochdeutschen Übertragung des weiter erwähnten Berliner Protokolls vom Jahre 1686: Joseph Kaien, wo i konsonantisch zu lesen ist: Kajen (wie i in Beniamin). 6) Zeugenverhör über eine Schlägerei zwischen Moses Benjamin Wulff und Jost Liebmann: Freudenthal, Aus der Heimat Mendelssohns, 8. 32 Anm. 2. 7) Die Unterschriften lauten vollständig: כאם .בביכלן בן כלרדל״דר אברהם זצ״ל ניגרידץ — ונאם ירסןי בן לא״א כלר׳ כמוזזר״ר קיים קדיס זצ״ל דד׳ד! ונאם יד!רדא ליב בא״א סמרי' סג״ל זצ״ל אס. — 8) Nicht Chajjim, wie Freudenthal irrtümlich notiert.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.