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Jeschurun · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. Seite 384

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 384 (sequence 62)
Language
German
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384 Salomon Kajjem Kaddisch, der erste kurbrandenburg. Landrabbiner. Natürlich kam es auch vor, daß nur die eine Partei Geschäfte halber zur Messe in Frankfurt war und die andere vom Rabbi erst dorthin geladen werden mußte und nicht allzugern dort erschien, wie Abraham Marcus in Angermünde: Bevor sich dieser 1673 in Zehdenick niederließ, richtete er an den Kurfürsten ein Gesuch ״weil sich der Rabinerpriester, wen unter unß Streitigkeiten oder Hendel erwachßen, unterfenget, abzustraffen undt allemal nach Franckfurth erscheinen müßen, darüber ich in Unkosten gesetzet werden mögte, dieselben geruhen gnedigst in dem Privilegio1) mit einzubringen, daß solche überverhoffte Streitigkeiten entweder alhie in Berlin oder in der Stadt *Zednick mögen beygeleget werden und ich von dem Rabienenpriester loßgezehlet möge werden, er auch im geringsten über mich nichts zu commendiren habe.“ Aus der Zeit nach 1674 sind uns keine Beschwerden über den Rabbi erhalten. Entweder gewöhnten sich nunmehr die eines Rabbinates ungewohnten Juden an das neue geistliehe Oberhaupt oder dieses hielt sich streng an seine kurfürstliche Ordre. Am 1. März 1681 wurde nach des Rabbi Tode Benjamin Wolff Liebmann als Rabbiner der Neumark und Hinterpommerns vom Kurfürsten bestätigt. Der Tod des bisherigen Rabbi muß also Ende 1680 oder spätestens im Anfange des Jahres 1681 erfolgt sein. Auch der Beginn seines Landsberger Rabbinates steht nur ungefähr fest. In einer Eingäbe2) an den Kurfürsten geben die Ältesten der Landsberger Judenschaft an, daß Rabbi Cain bei ihnen 11 Jahre amtierte Setzen wir seinen Tod in den Ausgang des Jahres 1680, so hat der Rabbi Anfangs 1670 sein Landsberger Rabbinat angetreten. Das ist alles, was wir von dem ersten kurbrandenburgisehen Landrabbiner wissen. Es ist nicht viel, aber immerhin *) Der auf die Eingabe hin ausgestellte Schutzbrief vom 6. Sept. 1673 übergeht das Ersuchen mit Stillschweigen. s) Gesuch 1692 Juli 6 um Bestätigung des Esajas Joachim als Landsberger Unterrabbi.

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