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Jeschurun · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. Seite 386

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 386 (sequence 64)
Language
German
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g86 Salomon Kajjem Kaddiseh, der erste kurbrandenburg. Landrabbiner. Die eigenartigen Beinamen Kajjem und Kaddiseh ° erklären sich, durch die Sitte, dem Sohne, der nach dem Tode des Vaters geboren wurde, wenn er der einzige war oder nach dem Tode der Brüder als der einzige zurückblieb, nicht nur den'Namen des Vaters beizulegen, sondern auch den Namen Kaddiseh d. h. Kaddischsager und, wenn der Vater oder Brüder früh verstorben waren, den Zusatz Kajjem1), um damit den Wunsch auszudrücken, daß Gott wenigstens diesen erhalten möge. Der oben erwähnte Joseph, der bald nach dem Tode des Landsberger Rabbi in Berlin, in dem zu Landsberg gehörendem Zentrum, amtierte und seinen verstorbenen Vater Kajjem Kaddiseh mit doppeltem Rabbinertitel nennt, ist sicherlieh ein Sohn des Landrabbiners. In Berlin war er Vorsänger oder Vorleser der Synagoge2). Er ist höchstwahrscheinlich ג) So lese ich mit Steinschneider קים und קיים und nicht Kim mit Fürst Bibi, judaica H, 159 oder Kajjam (Kayam) mit Zedner, Cat. Brit. Mtls. S. 412. Stütze ist die Liturgie ללןיים את הילד הזה לאביו ולאמו von der die Form Kajjem offenbar entlehnt ist. Zedners Lesung geht auf Samuel ha-Lewis כחלת שבעה (Amsterdam 1667/8), Bl. 148: יש לכתוב קים בחד יוד ור״ל לשון שריר וקים und die von Margaliot (Margulies)טיב גימין (ZolMew 1822) Abschnitt שמות אנשים Bl. 39 v angeführten Autoritäten zurück: ע״כ קראו אותו קים לומד שזה יחי׳ ויהי' קים " " ע״כ קראו שכלו קים להודות שהדאשן ששמו כך מת והשני קים. Doch ist das Adjektiv □קי ״bleibend, lebend“ nicht annehmbar, man hätte in diesem Falle dem Kinde den Namen חיים gegeben. 2) Über das von Joseph unterschriebene Zeugenverhör berichtet November 1686 die Amtskammer an den Kurfürsten: ״den zweyten Punct belangend, so haben wir die drey Juden, welche bey der Synagogen Vorsänger und Vorleser seyn und bey dem jüdischen Bann einige Leute der Dreuworte halber abgehöret haben, vor uns beschieden, sie darüber vernommen und beygelegte schrifftliche Deposition, welche sie so kräfftig als ein eidliches Gezeugnis halten, von ihnen entfangen“. In der deutschen Übertragung des Protokolls lauten die Unterschriften: Beniamin Abraham — Joseph Kaien — Levin Schmarie Levi. Der letztgenannte ist der von Geiger H, 13 z. J. 1684 Jan. 29 aufgeführte ״Ceremonienmeister“ Levin Levi, in einem Berichte des Hausvogts Lonicer 1693 Dez. 17 wird er als Schulmeister bezeichnet.

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