Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 367 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus dem Leben der Schule. 367 Kindern verlangen, daß sie Formen wie •ןתנו oder נתתם mit Hülfe dieses Gesetzes selbständig bilden nnd gar nicht als ״unregelmäßig“ empfinden, was sie ja im Grunde auch gar nicht sind. Und wenn man die Schüler höherer Lehranstalten, in denen von Jahr zu Jahr die wissenschaftliche Behandlung des Sprachunterrichts stärker hervortritt, auf verwandte Assimilationserscheinungen in anderen Sprachen (Kollege aus conlega u. ä.) hinweist, so ist das m. E. kein Zeitverlust, sondern ergibt eine willkommene Befestigung: man darf auch den Übergang von birrech zu berech durch das Beispiel des Oberdeutschen näher bringen, das Wirt in Werrt gewandölt und aus (Visar acha =) Wirra: Werra gebildet hat. Solche Hinweise in knappster Form regen namentlich begabte Schüler an und erhöhen, ja, wecken vieB eicht erst das Vergnügen am grammatischen Unterricht. Und wie anregend läßt sich von hier aus die überaus wichtige, für das Vokabellernen so bedeutungsvolle Wortbildungslehre behandeln! Bildungen wie מסבה ,מסה, aber auch עדה haben mir 13 jährige Schülerinnen (die kurz vorher Formen wie לף ,קח gehabt hatten) leicht und mit großem Vergnügen erklärt; Statt auf weitere Einzelheiten einzugehen, möchte ich lieber auf ein paar JBülfen hinweisen, deren sich ein solcher, vielleicht etwas anspruchsvoller Unterricht bedienen muß, die aber auch bei geringeren Anforderungen kaum zu entbehren sind. Vor allem sollten wir die Kinder an schärfste Ausspräche des Dagesch1) gewöhnen, an dem leider das Auge und — infolge unserer ״ deutschen Sprechweise — auch die Zunge leicht vorübereilt und das doch für die Unterscheidung der Yerbalstämme vor allem kennzeichnend ist. Dem Ohr muß das Auge und die Hand zu Hülfe kommen durch fleißige Ab Schreib eübungen, ohne die ein sicheres Einprägen der Schreibung der Worte und die Verhütung einer Verwechselung ähnlich lautender Vokabeln kaum möglich ist; statt dessen ג) Über die wissenschaftliche Berechtigung dieser scharfen Aussprache vgl. Gesenms-Bergsträßer, Grammatik, S. 63.