Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1919)
- Date
- 1919-07-01
- Page
- Seite 366 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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366 Aus dem Leben der Schule. den Dentalen und Labialen gerechnet haben, geht ihn nicht das geringste an. Und eine Form wie ישמר als Imperfekt bezeichnen mag man Studenten oder erwachsenen Lesern (vgl. Wohlgemuth, Jesehurun IV 343), aber nicht Kindern, die aus dem deutschen und fremdsprachlichen Unterricht das Wort nur als Bezeichnung einer vergangenen Handlung kennen und daher nicht werden begreifen können, daß es in der hebräischen Stunde auch von der Zukunft soll gebraucht werden können. Wissenschaftliche Einteilungen und Ausdrücke gehören nur in die Schule, soweit sie deren elementaren Aufgaben dienen können. Eben dieser Gesichtspunkt rechtfertigt aber, glaube ich, eine stärkere Einführung mancher wissenschaftlicher Erkenntnisse in den Sprachunterricht, als meist üblich ist. Ich denke da besonders an die Behandlung des Zeitworts. Man pflegt wohl meist zunächst das regelmäßige Verbum mit all seinen Formen lernen zu lassen und auf viel späterer Stufe zum unregelmäßigen überzugehen. Mit vollem Hecht hat Wohlgemuth a. a. 0. gegen dies Verfahren eingewandt, daß mit dem regelmäßigen Verbum in der Praxis sehr wenig anzufangen sei: was man nicht weiß, das eben brauchte man, und was man weiß, vermag man nicht zu brauchen. . Wie wäre es nun aber, wenn man den Kindern die selteneren Formen des sog. starken Verbums (also Pual, Hophal und vielleicht auch Hithpael) zunächst erließe, dafür aber unter den günstigen Verhältnissen, wie ich sie im Auge habe, schon früh die sog. schwachen Bildungen heranzöge, u. z. auf Grund elementarer Behandlung einzelner Gesetze der Lautlehre? Ein Beispiel: מן heißt von, שם dort: משם von dort; aus dieser tausendfältig zu belegenden Erscheinung lernen die Kinder, daß sich נ am Silbenschluß gern dem folgenden Konsonanten assimiliert. Ich halte es schon für richtig, von hier aus die Form יי*שמר (aus ינשמר) wissenschaftlich abzuleiten, da dann die Kinder leichter behalten, daß das Dagesch im ersten Stammbuchstaben für den Niphal bezeichnend ist. Vor allem aber sollte man von den