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Jeschurun · 1919-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1919) · p. Seite 355

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1919)
Date
1919-07-01
Page
Seite 355 (sequence 33)
Language
German
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Die jüdische Schule und die Gresundheit des Kindes. 355 das Kind in der Simnltanscliule unnötigerweise belastet wird. Nicht Überburdung, sondern Entspannung bietet die jüdische Schule! Wir werden also von der jüdischen Schule keine besonderen hygienischen Gefahren in dieser Beziehung erwarten. Dagegen sollte sich unser Blick auf Gefahren lenken, die dem kindlichen Nervensystem nicht durch Besonderheiten der jüdischen Schule, sondern daraus erwachsen, daß die jüdischen Eltern vielfach bewußt oder unbewußt der jüdischen Schule nicht in die Hände arbeiten. Es ist freudig zu begrüßen, daß Autoritäten der modernen Kinderheilkunde wie Ad. Czerny2) auf die Pflichten der Eltern gegen die Schule aufmerksam machen. ״Daß so viele Eltern der Schule gegenüber, die ihre Kinder besuchen, kein rechtes Verhältnis zu finden wissen, daß sie sich der Aufgaben nicht bewußt sind, die sie selbst zu erfüllen haben, damit die Schulerziehung die rechten Früchte zu tragen vermag, ist vielleicht einer der größten Übelstände in der Heranbildung des kommenden Geschlechtes״. Czerny zeigt die in der Schulerziehung liegenden Faktoren, die auf eine harmonische Entwickelung des Nervensystems günstig einwirken, und die zu stärken und rechtzeitig vorzubereiten Aufgabe des Elternhauses ist. Wenn Czerny in erster Linie die Anerkennung einer Autorität als Voraussetzung für die Schulerziehung fordert, so ist das ein Niederschlag der Erfahrungen, die jeder Kinderarzt in ähnlicher Weise an dem großstädtischen Kindermaterial macht. Besonders notwendig ist diese Forderung angesichts der Erziehungsschwäche, die gegenüber dem körperlich schwächlichen und vor allem gegenüber dem ״einzigen Kinde in Erscheinung tritt“. Bei dem einzigen Kinde lernt gewöhnlich nicht das Fand, sich den Eltern unterzuordnen, sondern diese passen sich dem Willen und den Launen des Kindes an. Das Band lernt keine Subordination, und der Konflikt in der Schule ist dann *) Ad. Czerny, Die Erziehung der Schule, Leipzig 1916.

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